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Fernrohre in die Vergangenheit

Von Jörn Münkner und Jaqueline Krone

Beim alljährlichen Zukunftstag der Herzog August Bibliothek lernen Schülerinnen und Schüler verschiedene Arbeitsbereiche der Forschungseinrichtung in Wolfenbüttel kennen. Auch das MWW-Projekt „Autorenbibliotheken“ bekam in diesem Jahr Besuch: Vier wissbegierige Gymnasiasten tauchten ein in die Welt der Bücher – und bewiesen viel Sinn dafür, wie sich ihnen Erkenntnisse über ihre früheren Besitzer entlocken lassen.

 

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Forschung trifft Schule: Jaqueline Krone (HAB, links im Bild) und Jörn Münkner (MWW, rechts) mit ihren Gästen Paul, Johann, Tom und Maximilian. Foto: Sandra Ullmann

Jeanne d’Arc, Faust und 68er-Bewegung

Ursula Kundert im Gespräch mit Stephanie Wodianka

In der Moderne kann fast „alles zum Mythos werden“, behauptet das „Metzler Lexikon moderner Mythen“, das eine Auswahl von Personen, Figuren und Ereignisse analysiert, die in der Zeit vom 19. Jahrhundert bis heute mythische Qualität erreicht haben. Aber wie und wo können sich solche neuen Mythen nachhaltig durchsetzen, sich gegenüber bereits kanonisierten, zum Teil jahrtausendealten behaupten, sich sogar aus ihnen nähren oder, im Gegenteil, alte Sinnstiftungen löschen?

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Lexikon-Herausgeberin Stephanie Wodianka. Foto: Anne-Katrin Hapke

„Den gehobenen Schatz allen zugänglich machen"

Marian Dörk im Gespräch mit Lydia Koglin

Mitte April 2016 hielt Marian Dörk im Rahmen des MWW-Workshops „Bibliotheken in der Bibliothek“ in Weimar einen Vortrag über die „Visualisierung kultureller Daten“. Im Interview erzählt der Visualisierungsforscher, was er an diesen Daten besonders reizvoll findet, mit welchen Erwartungen Sammlungseinrichtungen an ihn herantreten und was ihm bei der Zusammenarbeit mit ihnen wichtig ist.

 

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Komplexe Daten sind sein Metier: Visualisierungsexperte Marian Dörk. Foto: Lydia Koglin

Von Phantasiewesen, pummeligen Schosshunden und einer fidelen Wildsau

Von Hanne Grießmann

Als sich Hanne Grießmann, damals Wissenschaftliche Hilfskraft im MWW-Forschungsprojekt „Text und Rahmen“, ein spätmittelalterliches Gebetbuch in den Lesesaal der Herzog August Bibliothek bestellt, ahnt sie nicht, welch farbenprächtige und phantastische Welt sich ihr eröffnen würde. Hier erzählt sie vom frech-verspielten Treiben am Seitenrand der frommen Handschrift – und was es über die satirische Seite des Mittelalters verrät.

 

 

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Was macht denn das Schwein mit der Schubkarre hier? Drolerie in einem spätmittelalterlichen Gebetbuch. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 87.10 Aug. 12°, fol. 52v-53r. (CC BY-SA)

MWW auf Kavalierstour

Von Stefan Höppner und Timo Steyer

DH-Methoden spielen für die Forschungsprojekte von MWW eine wichtige Rolle. Hilfreiche Tools in diesem Bereich stellt das Projekt DARIAH zur Verfügung. Um mehr über sie zu erfahren, nahmen MWW-Mitarbeiter Stefan Höppner (Weimar) und Timo Steyer (Wolfenbüttel) Mitte Februar 2016 an der ersten „DARIAH-DE Grand Tour” in Göttingen teil. Ein Reisebericht.

 

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Erfahrungsaustausch: Timo Steyer und Stefan Höppner (vor der ersten Poster-Präsentation links im Bild) informieren sich auf der Grand Tour von DARIAH-DE über die neuesten DH-Tools. Foto: Frank Fischer

„Lebendiges Orakel”

Ein Gespräch mit dem Autor Dietmar Dath

Auf Einladung des MWW-Forschungsprojekts „Text und Rahmen” hält Dietmar Dath am 4. Mai 2016 in Weimar einen Videovortrag mit dem Titel „FaustScienceFiction”. Im Interview erzählt der Autor und Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, wie ihn die Schullektüre von Goethes „Faust” zur Erforschung des Satanismus anregte, warum der Faust-Mythos bis heute rastlos in der Pop-Kultur unterwegs ist und wo uns seine Aktualität alle paar Minuten vor Augen geführt wird.

 

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Plakat zum Videovortrag von Dietmar Dath am 4. Mai in Weimar © KSW

Glückloses Stück

Von Stefan Höppner

Goethes Libretto „Claudine von Villa Bella“ ist bis heute weitgehend unbekannt – dabei wurden Teile daraus von Beethoven, Brahms und Hugo Wolf vertont. Der 18-jährige Franz Schubert komponierte sogar eine komplette Oper, die leider verloren gegangen ist. Nicht viel besser erging es dem hessischen Komponisten Peter Müller, der seine fertige „Claudine“ 1825 nach Weimar schickte – und zwei Jahre lang vergebens auf eine Reaktion wartete.

 

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Eine einfache kleine Geschichte: Goethes Libretto "Claudine von Villa Bella", hier die Titelseite einer Ausgabe von 1780. © Archiv Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Universität Wien

Kann ein Buch Akteur sein, Frau Gleixner?

Am 5. April 2016 beginnt in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel die viertägige internationale Konferenz "Biographien des Buches". Im Interview erzählt Tagungsleiterin Ulrike Gleixner, welche neuen Forschungsperspektiven sich für Bibliotheken durch die Hinwendung zur materiellen Kultur eröffnen, weshalb der dingliche Charakter eines Buches immer auch einen Bezug zum Inhalt hat und warum es nicht ausreicht, Bücher aus der alleinigen Verfügbarkeit durch den Menschen zu betrachten.

 

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Bewegte Lebensgeschichte: türkisches Trachtenbuch von 1570 mit rotbraunem Lederüberzug und Goldprägungen. Das Deckblatt erzählt die Biographie der Handschrift durch die Einträge der Vorbesitzer. © HAB

Die Bibliothek des Schreibmeisters

Von Meindert E. Peters

Acht Wochen verbrachte Meindert E. Peters als Forschungshospitant an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Hier erzählt der Germanistikstudent der Universität Oxford, wie er in dem niedersächsischen Städtchen Klein Venedig fand, warum er sich im Kornspeicher auf die Suche nach Exlibris machte und weshalb ihn sein Wolfenbütteler Forschungsgegenstand bis heute nicht loslässt.

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Titelblatt des Auktionskatalogs, in dem die Büchersammlung des niederländischen Schreibmeisters Johannes Heuvelman verzeichnet ist. (c) HAB

„Die mentale Barriere überwinden“

Ein Gespräch mit den Nachwuchswissenschaftlern Ulrike Henny und Peter Andorfer

Das technische Know-how haben sie sich zunächst selbst beigebracht, heute erstellen Ulrike Henny und Peter Andorfer digitale Ausgaben und begleiten größere Editionsprojekte. Am Rande der Tagung „Digitale Metamorphose. Digital Humanities und Editionswissenschaft“, die im November 2015 in Wolfenbüttel stattfand, erzählten uns die beiden jungen Wissenschaftler, warum die digitale Editionswissenschaft für den akademischen Nachwuchs ein ideales Feld ist, welchen Vorbehalten sie bei ihrer Arbeit begegnen und ob sie auch privat auf gedruckte Bücher weitgehend verzichten.

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Sind fasziniert von den Möglichkeiten digitalen Edierens: Ulrike Henny und Peter Andorfer. Foto: Nicole Alexander