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Die Provokation der Bücher

Von Caroline Jessen

Im Diskurs über das „Erbe“ einer in Deutschland nach 1933 zerstörten jüdischen Kultur nehmen Bücher eine prominente Stellung ein. Gerade in Israel sind die Überreste der Bibliotheken, die Juden aus Europa nach Palästina transferierten, Zeichen einer Lesekultur in Vergangenheitsform – und zugleich eine latente Überforderung der Erinnerung.

 

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Überreste: deutschsprachige Bücher in Haifa. Foto: Caroline Jessen

Weimar revisited

Von Lukas Meier

Goethe und Schiller hoch oben auf dem Denkmalsockel hatte Lukas Meier schon als kleiner Junge bestaunt. Als Philosophie-Student in Oxford ergriff er dann die Chance, sich den beiden noch einmal und anders zu nähern, und kam über eine Forschungshospitanz von MWW ein zweites Mal nach Weimar. Ein Erfahrungsbericht.

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MWW-Forschungshospitant Lukas Meier half, den Buchbestand in Goethes Privatbibliothek zu erfassen. © Klassik Stiftung Weimar, Foto: Jens Hauspurg

Wolfenbüttels Botschafterin in Kenia

Ein Gespräch mit MWW-Forschungshospitantin Dorothy Flora Khamala

Von Nairobi nach Wolfenbüttel: Anfang September 2016 kam die kenianische Studentin Dorothy Flora Khamala als Forschungshospitantin von MWW an die Herzog August Bibliothek. Das Ziel der angehenden Informationswissenschaftlerin: so viel wie möglich über das Erstellen digitaler Editionen zu erfahren. Ob sie es erreicht und was sie noch gelernt hat, erzählt sie im Interview.

 

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Forschungshospitantin Dorothy Flora Khamala Ende September 2016 in Wolfenbüttel. Foto: Sarah Melzian

„Fast wie ein Cartoon am Rande“

Ein Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler William H. Sherman

Auf der Tagung „Biographien des Buches“ an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel hielt William H. Sherman den Eröffnungsvortrag mit dem Titel „The Reader's Eye: Between Annotation and Illustration“. Im Interview erzählt der Literaturwissenschaftler und Direktor Forschung und Sammlungen des Victoria & Albert Museums in London, warum es in der Renaissance durchaus üblich war, sich als Leser zeichnend und malend in seinen Büchern zu verewigen, welche Motive damals besonders beliebt waren und warum die Lektüre eines Buches mit der liebevollen Pflege eines schönen Gartens verglichen werden kann.

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Randnotizen und Zeichnungen des florentinischen Staatsmannes Bernardo Bembo (1433–1519) in einem Werk des römischen Schriftstellers Plinius der Jüngere. Mit freundlicher Genehmigung der Stanford University Library.

Bildpolitik in Seide und Spitzen

Von Sophie Tauche

Nach Stationen in Freiburg und Houston/Texas wird die Ausstellung „Franz Xaver Winterhalter – Maler ihrer Majestät“ morgen im Palais de Compiègne bei Paris eröffnet. MWW-Mitarbeiterin Sophie Tauche hat sie sich in Freiburg angesehen und eine visuell höchst ansprechende Schau erlebt, die allerdings keinen neuen Blick auf den berühmtesten Porträtisten der High Society des 19. Jahrhunderts zu bieten vermag.

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Er wusste Frauen – wie hier Prinzessin Anna von Hessen – in Szene zu setzen: Franz Xaver Winterhalter, Maler der europäischen Hautevolee des 19. Jahrhunderts. (c) Hessische Hausstiftung

Ich komme wieder, Weimar!

Von Anne-Kathrin Gitter

Welche italienischen Autoren hat Goethe gelesen und gesammelt? Eine der vielen Fragen, mit denen Anne-Kathrin Gitter, die über den Dante-Diskurs in der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts promoviert, zur diesjährigen Sommerschule von MWW in Weimar gereist ist. Hier erzählt sie, welche Antworten sie in der thüringischen Kleinstadt gefunden hat – und warum sie bald dorthin zurückkehren will.

 

 

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Sommerschülerin Anne-Kathrin Gitter. Foto: Elena Heymann

Vom Identitätssymbol zum Mahnmal

Ein Gespräch über Nationaldenkmäler früher und heute

Im Rahmen der Internationale Sommerschule von MWW in Weimar hält Christine Tauber am 5. August 2016 einen öffentlichen Abendvortrag mit dem Titel „Wie baut man sich ein Nationaldenkmal? Ambitionierte Projekte in Deutschland und Frankreich“. Wir fragten die Kunsthistorikerin, welches Monument ihr persönlich besonders gut gefällt, inwiefern sich Deutschland und Frankreich in ihrer Denkmalkultur unterscheiden und warum es heute so schwierig ist, ein Nationaldenkmal zu bauen.

 

 

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Das Weimarer Goethe- und Schiller-Denkmal, leicht verfremdet. Postkarte zu den öffentlichen Abendvorträgen der Internationalen Sommerschule von MMM 2016 in Weimar. © KSW, MWW

Fernrohre in die Vergangenheit

Von Jörn Münkner und Jaqueline Krone

Beim alljährlichen Zukunftstag der Herzog August Bibliothek lernen Schülerinnen und Schüler verschiedene Arbeitsbereiche der Forschungseinrichtung in Wolfenbüttel kennen. Auch das MWW-Projekt „Autorenbibliotheken“ bekam in diesem Jahr Besuch: Vier wissbegierige Gymnasiasten tauchten ein in die Welt der Bücher – und bewiesen viel Sinn dafür, wie sich ihnen Erkenntnisse über ihre früheren Besitzer entlocken lassen.

 

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Forschung trifft Schule: Jaqueline Krone (HAB, links im Bild) und Jörn Münkner (MWW, rechts) mit ihren Gästen Paul, Johann, Tom and Maximilian. Photo: Sandra Ullmann

Jeanne d’Arc, Faust und 68er-Bewegung

Ursula Kundert im Gespräch mit Stephanie Wodianka

In der Moderne kann fast „alles zum Mythos werden“, behauptet das „Metzler Lexikon moderner Mythen“, das eine Auswahl von Personen, Figuren und Ereignisse analysiert, die in der Zeit vom 19. Jahrhundert bis heute mythische Qualität erreicht haben. Aber wie und wo können sich solche neuen Mythen nachhaltig durchsetzen, sich gegenüber bereits kanonisierten, zum Teil jahrtausendealten behaupten, sich sogar aus ihnen nähren oder, im Gegenteil, alte Sinnstiftungen löschen?

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Lexikon-Herausgeberin Stephanie Wodianka. Foto: Anne-Katrin Hapke

„Den gehobenen Schatz allen zugänglich machen"

Marian Dörk im Gespräch mit Lydia Koglin

Mitte April 2016 hielt Marian Dörk im Rahmen des MWW-Workshops „Bibliotheken in der Bibliothek“ in Weimar einen Vortrag über die „Visualisierung kultureller Daten“. Im Interview erzählt der Visualisierungsforscher, was er an diesen Daten besonders reizvoll findet, mit welchen Erwartungen Sammlungseinrichtungen an ihn herantreten und was ihm bei der Zusammenarbeit mit ihnen wichtig ist.

 

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Komplexe Daten sind sein Metier: Visualisierungsexperte Marian Dörk. Foto: Lydia Koglin