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Bildpolitik in Seide und Spitzen

Von Sophie Tauche

Nach Stationen in Freiburg und Houston/Texas wird die Ausstellung „Franz Xaver Winterhalter – Maler ihrer Majestät“ morgen im Palais de Compiègne bei Paris eröffnet. MWW-Mitarbeiterin Sophie Tauche hat sie sich in Freiburg angesehen und eine visuell höchst ansprechende Schau erlebt, die allerdings keinen neuen Blick auf den berühmtesten Porträtisten der High Society des 19. Jahrhunderts zu bieten vermag.

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Er wusste Frauen – wie hier die junge Königin Victoria – in Szene zu setzen: Franz Xaver Winterhalter, Maler der europäischen Hautevolee des 19. Jahrunderts.

Ich komme wieder, Weimar!

Von Anne-Kathrin Gitter

Welche italienischen Autoren hat Goethe gelesen und gesammelt? Eine der vielen Fragen, mit denen Anne-Kathrin Gitter, die über den Dante-Diskurs in der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts promoviert, zur diesjährigen Sommerschule von MWW in Weimar gereist ist. Hier erzählt sie, welche Antworten sie in der thüringischen Kleinstadt gefunden hat – und warum sie bald dorthin zurückkehren will.

 

 

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Sommerschülerin Anne-Kathrin Gitter. Foto: Elena Heymann

Vom Identitätssymbol zum Mahnmal

Ein Gespräch über Nationaldenkmäler früher und heute

Im Rahmen der Internationale Sommerschule von MWW in Weimar hält Christine Tauber am 5. August 2016 einen öffentlichen Abendvortrag mit dem Titel „Wie baut man sich ein Nationaldenkmal? Ambitionierte Projekte in Deutschland und Frankreich“. Wir fragten die Kunsthistorikerin, welches Monument ihr persönlich besonders gut gefällt, inwiefern sich Deutschland und Frankreich in ihrer Denkmalkultur unterscheiden und warum es heute so schwierig ist, ein Nationaldenkmal zu bauen.

 

 

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Das Weimarer Goethe- und Schiller-Denkmal, leicht verfremdet. Postkarte zu den öffentlichen Abendvorträgen der Internationalen Sommerschule von MMM 2016 in Weimar. © KSW, MWW

Fernrohre in die Vergangenheit

Von Jörn Münkner und Jaqueline Krone

Beim alljährlichen Zukunftstag der Herzog August Bibliothek lernen Schülerinnen und Schüler verschiedene Arbeitsbereiche der Forschungseinrichtung in Wolfenbüttel kennen. Auch das MWW-Projekt „Autorenbibliotheken“ bekam in diesem Jahr Besuch: Vier wissbegierige Gymnasiasten tauchten ein in die Welt der Bücher – und bewiesen viel Sinn dafür, wie sich ihnen Erkenntnisse über ihre früheren Besitzer entlocken lassen.

 

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Forschung trifft Schule: Jaqueline Krone (HAB, links im Bild) und Jörn Münkner (MWW, rechts) mit ihren Gästen Paul, Johann, Tom and Maximilian. Photo: Sandra Ullmann

Jeanne d’Arc, Faust und 68er-Bewegung

Ursula Kundert im Gespräch mit Stephanie Wodianka

In der Moderne kann fast „alles zum Mythos werden“, behauptet das „Metzler Lexikon moderner Mythen“, das eine Auswahl von Personen, Figuren und Ereignisse analysiert, die in der Zeit vom 19. Jahrhundert bis heute mythische Qualität erreicht haben. Aber wie und wo können sich solche neuen Mythen nachhaltig durchsetzen, sich gegenüber bereits kanonisierten, zum Teil jahrtausendealten behaupten, sich sogar aus ihnen nähren oder, im Gegenteil, alte Sinnstiftungen löschen?

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Lexikon-Herausgeberin Stephanie Wodianka. Foto: Anne-Katrin Hapke

„Den gehobenen Schatz allen zugänglich machen"

Marian Dörk im Gespräch mit Lydia Koglin

Mitte April 2016 hielt Marian Dörk im Rahmen des MWW-Workshops „Bibliotheken in der Bibliothek“ in Weimar einen Vortrag über die „Visualisierung kultureller Daten“. Im Interview erzählt der Visualisierungsforscher, was er an diesen Daten besonders reizvoll findet, mit welchen Erwartungen Sammlungseinrichtungen an ihn herantreten und was ihm bei der Zusammenarbeit mit ihnen wichtig ist.

 

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Komplexe Daten sind sein Metier: Visualisierungsexperte Marian Dörk. Foto: Lydia Koglin

Von Phantasiewesen, pummeligen Schosshunden und einer fidelen Wildsau

Von Hanne Grießmann

Als sich Hanne Grießmann, damals Wissenschaftliche Hilfskraft im MWW-Forschungsprojekt „Text und Rahmen“, ein spätmittelalterliches Gebetbuch in den Lesesaal der Herzog August Bibliothek bestellt, ahnt sie nicht, welch farbenprächtige und phantastische Welt sich ihr eröffnen würde. Hier erzählt sie vom frech-verspielten Treiben am Seitenrand der frommen Handschrift – und was es über die satirische Seite des Mittelalters verrät.

 

 

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Was macht denn das Schwein mit der Schubkarre hier? Drolerie in einem spätmittelalterlichen Gebetbuch. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 87.10 Aug. 12°, fol. 52v-53r. (CC BY-SA)

MWW auf Kavalierstour

Von Stefan Höppner und Timo Steyer

DH-Methoden spielen für die Forschungsprojekte von MWW eine wichtige Rolle. Hilfreiche Tools in diesem Bereich stellt das Projekt DARIAH zur Verfügung. Um mehr über sie zu erfahren, nahmen MWW-Mitarbeiter Stefan Höppner (Weimar) und Timo Steyer (Wolfenbüttel) Mitte Februar 2016 an der ersten „DARIAH-DE Grand Tour” in Göttingen teil. Ein Reisebericht.

 

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Erfahrungsaustausch: Timo Steyer und Stefan Höppner (vor der ersten Poster-Präsentation links im Bild) informieren sich auf der Grand Tour von DARIAH-DE über die neuesten DH-Tools. Foto: Frank Fischer

„Lebendiges Orakel”

Ein Gespräch mit dem Autor Dietmar Dath

Auf Einladung des MWW-Forschungsprojekts „Text und Rahmen” hält Dietmar Dath am 4. Mai 2016 in Weimar einen Videovortrag mit dem Titel „FaustScienceFiction”. Im Interview erzählt der Autor und Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, wie ihn die Schullektüre von Goethes „Faust” zur Erforschung des Satanismus anregte, warum der Faust-Mythos bis heute rastlos in der Pop-Kultur unterwegs ist und wo uns seine Aktualität alle paar Minuten vor Augen geführt wird.

 

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Plakat zum Videovortrag von Dietmar Dath am 4. Mai in Weimar © KSW

Glückloses Stück

Von Stefan Höppner

Goethes Libretto „Claudine von Villa Bella“ ist bis heute weitgehend unbekannt – dabei wurden Teile daraus von Beethoven, Brahms und Hugo Wolf vertont. Der 18-jährige Franz Schubert komponierte sogar eine komplette Oper, die leider verloren gegangen ist. Nicht viel besser erging es dem hessischen Komponisten Peter Müller, der seine fertige „Claudine“ 1825 nach Weimar schickte – und zwei Jahre lang vergebens auf eine Reaktion wartete.

 

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Eine einfache kleine Geschichte: Goethes Libretto "Claudine von Villa Bella", hier die Titelseite einer Ausgabe von 1780. © Archiv Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Universität Wien