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Während des zweitägigen Workshops des Forschungsprojekts „Bildpolitik. Das Autorenporträt als ikonische Autorisierung“, der am 21. und 22. September 2015 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg stattfand, trat aktuelle Verbundforschung in den Dialog mit eingeladenen Referentinnen und Referenten aus Freiburg und Mainz und stellte sich der Expertise des externen Fachbeirats. Welche...

Bei unserer Aufarbeitung von Goethes privaten Büchern und seiner Ausleihen aus der herzoglichen Bibliothek im Rahmen des MWW-Teilprojekts „Goethes Bibliotheken in Weimar“ stoßen wir immer wieder auf kleine, erzählenswerte Begebenheiten, die in der großen Literaturgeschichte keinen Widerhall gefunden haben. Hier ist der Ort, an dem wir über seltene Handschriften,...

Frankfurt am Main, Februar 1932. Professor Tillich lädt zur Kostümparty, und alle schmeißen sich in Fummel. Adorno kommt als Napoleon, Dolf Sternberger mit Toga und Lorbeerkranz, Kurt Riezler im Braunhemd der SA. Noch ist alles Unschuld und ein großes Spiel. Auch die Begriffe kostümieren sich, nehmen eine andere Farbe an, entfremdeten sich von der Semantik des Seminars. «Werdet...

Frau Asal, Ihre jetzige Tätigkeit im Wissenschaftsmanagement hat Sie sehr weit von der Forschung entfernt. Bedauern Sie das manchmal?  Überhaupt nicht. Wissenschaftsmanagement ist ein Berufsfeld, das sich in den vergangenen Jahren insbesondere im Zusammenhang mit der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder stark erweitert hat und zunehmend an Attraktivität gewinnt....

Der Rahmen ist nach den ästhetischen Theorien von Kant und Derrida, aber auch in der soziologischen Terminologie von Goffman, ein rezeptionssteuerndes Mittel. Die Trennung vom Eigentlichen des Kunstwerks, wie sie Derrida an Kants Konzeption kritisierte, zeigte sich auch im Workshop als schwierig. Vielmehr geht es um eine jeweilige Perspektivierung; es steht letztlich dem Rezipienten...

Herr Kamzelak, wird die Editionswissenschaft durch digitale Verfahren internationaler und interdisziplinärer? Ein kleines Ja, denn die Editionswissenschaft war schon immer interdisziplinär und international. Aber ja, wie alle Wissenschaften wird auch die Editionsphilologie globaler. Wie kann die Nachhaltigkeit von digitalen Editionen in einem fluiden Medium wie dem...

Im Interview erklärt Dirk Werle, warum das Sprechen über den Ruhm durch die Gattungen wandert und wie er zu einer Kategorie der Literaturgeschichtsschreibung wird. Mit Ursula Kundert, Leiterin des MWW-Forschungsprojekts "Text und Rahmen" , diskutiert er, in welchen Formen eine Thematisierung von Ruhm nicht nur eine Geschichte des Ruhmerwerbs, sondern auch eine...

Anfang Oktober in Washington: Während sich in Deutschland bereits die Blätter färbten, herrschten in der Hauptstadt der USA noch spätsommerliche Temperaturen. Dennoch war es bei unserer Ankunft regnerisch und windig. Eine Zeitlang sah es gar so aus, als ob Hurrikan Joaquin über die Stadt hinwegziehen würde; glücklicherweise bog er rechtzeitig auf die offene See ab. Gemeinsam mit ...

Das Austarieren zwischen der vielfältigen Seitengestaltung mittelalterlicher Psalmen-Handschriften und der streng logischen und sauberen Klammerstruktur eines XML-Dokuments ist in meiner Arbeit eine wiederkehrende Herausforderung. Denn viele Fragen und Probleme stellen sich erst in dem Moment, in dem ich beginne, eine konkrete Handschrift für das Projekt „Mediengeschichte der...

In Vicki Baums Roman Hotel Shanghai von 1939 führt die Autorin verschiedene Figuren europäischer, amerikanischer und asiatischer Herkunft zu einem Porträt über das Shanghai der 1930er Jahre zusammen. Der Roman ist von der Forschung als erster deutschsprachiger „Weltstadtroman“ bezeichnet worden, indem er die Exilsituation global ausweitet und in einer Stadt exemplarisch verdichtet....