Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Informatik und Informationswissenschaften den Geisteswissenschaften neue Wege zur Wissenserschließung bieten. Kein Wunder, dass Letztere ihr Augenmerk immer stärker auf Fragestellungen richten, die digitale Möglichkeiten in ihre Überlegungen einbeziehen. Was digitale Geisteswissenschaften sind oder werden können, wird daher in den nächsten Jahren an Kontur gewinnen. 

Umso wichtiger sind Publikationsformate, in denen Fragen, die sich aus dem Zusammenspiel von geisteswissenschaftlicher Forschung und technischen Innovationen ergeben, fachübergreifend diskutiert und neue Erkenntnisse präsentiert werden können. Ein solches moderiertes Forum bietet die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG). Sie setzt sich für Geisteswissenschaften im digitalen Zeitalter ein, will die entscheidenden Themen, die der digitale Wandel mit sich bringt, verhandeln und zugleich kritischen Einwänden Raum für Debatten bieten.

Herausgegeben wird das Open-Access-Journal vom Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) in Verbindung mit dem Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd). Nach einem CfP im Mai 2016 und einer einjährigen Open-Beta-Phase, in der ein Sonderband zum Thema „Grenzen und Möglichkeiten der Digital Humanities” publiziert wurde, wurde die erste Ausgabe Mitte Juni 2016 gelauncht. Einen Schwerpunkt der Zeitschrift bilden Beiträge, die die kulturelle Überlieferung, wie sie durch die einzigartigen Bestände der Bibliotheken und Archive in Marbach, Weimar und Wolfenbüttel repräsentiert wird, zum Ausgangspunkt nehmen.

Zugleich gehen mit der Gründung einer elektronischen Fachzeitschrift, die im Bereich des digitalen Publizierens Maßstäbe setzen möchte, viele Fragen einher: Wie lassen sich neue, digitale und zugleich attraktive Wege zur Veröffentlichung von wissenschaftlichen Beiträgen gestalten? Welche technischen und strukturellen Anforderungen und Standards gilt es dabei zu berücksichtigen? Oder müssen diese überhaupt erst entwickelt werden?

Die ZfdG versucht, auf diese Fragen Antworten zu finden, und tritt daher in einer Webinfrastruktur auf, die selbst Teil der Entwicklung innerhalb der Digital Humanities ist. Ziel ist es, die Publikationsprozesse – von der Begutachtung der Beiträge über die redaktionelle Arbeit bis hin zur Produktion und Distribution – in einen frei zugänglichen und transparenten Wissensdiskurs zu überführen.

Zur Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften


Weitere Informationen:

In einem zweiteiligen Interview mit dem Titel „Diskussionsraum digitaler Potentiale”, das Anfang Mai 2016 auf dem DFG-geförderten Blog „Digitalität in den Geisteswissenschaften” publiziert wurde, spricht Constanze Baum, Redaktionsleiterin der „Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften”, unter anderem über die Entstehung des E-Journals, die Chancen digitalen Publizierens und die Herausforderungen, die es in der täglichen Redaktionsarbeit zu bewältigen gibt.        

Interview Teil I
Interview Teil II

Bei der Jahrestagung des DHd in Graz im Februar 2015 präsentierte sich die ZfdG erstmals mit einem Poster, das einen Preis erhielt, und dem Launch der Open-Beta-Version.