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Pressemitteilungen

Gabriele Klunkert (Weimar) hält am Mittwoch, den 5. Juli 2017, um 18.00 Uhr im Seminarraum des Meißnerhauses der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Rahmen der internationalen Sommerschule des Forschungsverbunds MWW einen Vortrag mit dem Titel „Goethe and Schiller Archive Weimar. From the poet’s laboratory to a modern archive of literature“.

Wie entsteht ein Literaturarchiv? Wie verwahrt, erschließt und vermittelt man Nachlässe? Durch archivhistorische und -typologische Betrachtungen geht die Referentin der Frage nach, wie sich das älteste deutsche Literaturarchiv zu einem modernen dienstleistungsbewussten Archiv entwickelt. Der Vortrag lädt zu einem virtuellen Rundgang durch das Archiv ein, das Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach eigens zur Aufbewahrung und Bearbeitung der Nachlässe Goethes und Schillers von 1893 bis 1896 errichten ließ.

Dr. Gabriele Klunkert ist Museumswissenschaftlerin und arbeitet als wissenschaftliche Archivarin am Goethe- und Schiller-Archiv Weimar in der Abteilung Medienbearbeitung und -nutzung.

Die zweiwöchige Internationale Sommerschule an der Herzog August Bibliothek, die am 2. Juli 2017 beginnt und an der insgesamt 15 internationale Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wis­senschaftler teilnehmen, findet in diesem Jahr zum Thema „The New History of Archives. Early Modern Europe and Beyond“ und in englischer Sprache statt. Im Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW), der die Sommerschule veranstaltet, haben sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Herbst 2013 zusammengeschlossen, um ihre Forschungs- und Sammlungsaktivitäten zu bündeln und eine gemeinsame Forschungsinfrastruktur aufzubauen.

Der Eintritt zum Abendvortrag ist frei.

 

Vom 3. bis 5. Mai findet im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar das von der Bibliothek gemeinsam mit dem Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel ausgerichtete Kolloquium "Sammeln - Forschen - Wissen" statt. Es beleuchtet in zwei Sektionen Perspektiven der Erschließung, Erforschung und Vermittlung von Sammlungen.

Anhand einzelner Objekte und Sammlungen sollen in der Sektion "Wissen der Sammlungen" theoretische und praktische Herausforderungen der Wahrnehmung von baulichen, inhaltlichen, sozialen und historischen Dimensionen von Sammlungen für ihre Erschließung und Präsentation zur Sprache kommen. Die zweite Sektion "Forschen in Sammlungen" wird vor dem Hintergrund der Projekte des Forschungsverbunds aktuelle Ansätze aufgreifen, die zunehmend Sammlungsdynamiken, -kontexte und -praktiken in den Fokus der Forschung rücken.

Am Eröffnungsabend am Mittwoch, 3. Mai, ab 18 Uhr wird Dr. Reinhard Laube, seit Oktober 2016 Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, einführend über "Sammeln - Forschen - Wissen. Perspektiven einer Forschungsbibliothek" sprechen. Anschließend hält der Bielefelder Soziologe Prof. Dr. André Kieserling den Abendvortrag zum Thema "Mit Zetteln den Zufall zähmen. Wie dachte Niklas Luhmann?". André Kieserling ist seit 2006 Professor für Allgemeine Soziologie / Soziologische Theorie an der Universität Bielefeld. Er leitet das Projekt "Niklas Luhmann - Theorie als Passion", das als Langzeitvorhaben im Akademienprogramm (2015-2030) der wissenschaftlichen Erschließung und Edition des in Bielefeld verorteten Nachlasses von Niklas Luhmann gewidmet ist. Zentrum des Nachlasses sowie der Luhmannschen Theoriearbeit ist der ca. 90.000 Notizzettel umfassende Zettelkasten, der von besonderer Aussagekraft für die neuere Ideengeschichte ist.

Zum Tagungsprogramm

 

Prophet, Ketzer, Aufklärer, Antisemit, Nationalheld, Fürstenknecht: Wohl kaum eine Gestalt der deutschen Erinnerungskultur hat so unterschiedliche Zuschreibungen erfahren wie Martin Luther. Anlässlich des Reformationsjubiläums in diesem Jahr wirft die Herzog August Bibliothek in einer großen Sonderausstellung einen Blick auf die Kultfigur Martin Luther. Die HAB ist erfreut, die Ausstellung nun bis zum 18. Juni 2017 verlängern zu können.

Die Ausstellung "Luthermania - Ansichten einer Kultfigur" zeigt, welche Herkunft und Geschichte die verschiedenen Lutherbilder haben, dass sie geformt sind von der sozialen und politischen Lage, von kulturellen Entwicklungen und Krisen der jeweiligen Zeit. Auf 380 Quadratmetern präsentiert sie vier wesentliche kulturelle "Spielfelder", in denen sich Lutherbilder entwickelten und über lange Zeiträume wirksam waren: Luther, der Heilige - Luther, der Teufel - Luther, die Marke - Luther, der Deutsche. Die Exponate werden dabei nicht als Wege zu Luther verstanden, sondern als materielle Agenten, die die Aufgabe hatten, eine bestimmte, mit Vorannahmen, Wertzuschreibungen, Idealen und Absichten behaftete "Sichtbarkeit" herzustellen. Sie haben in ihrer Zeit und mit unterschiedlichem Erfolg "Luther" gemacht. Es werden rund 70 Exponate - illustrierte Bücher, Flugblätter, Handschriften und Objekte - präsentiert, die zum größten Teil aus den reichen Beständen der Herzog August Bibliothek stammen, die auch über die weltweit größte Sammlung an Lutherdrucken verfügt.

Die Schau in Wolfenbüttel ist die erste von insgesamt drei Ausstellungen des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW), zu dem sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Herbst 2013 zusammengeschlossen haben. Die Ausstellungen bieten nicht nur Einblicke in die teilweise noch nie öffentlich gezeigten Sammlungsbestände dieser drei großen Forschungsbibliotheken, die längst nicht nur Handschriften und Bücher bergen. Sie machen auch Ergebnisse aus den gemeinsamen Forschungsprojekten des Verbunds für eine größere Öffentlichkeit sichtbar und präsentieren deren Funde und Entdeckungen in den Archiven von Marbach, Weimar und Wolfenbüttel. Alle drei Ausstellungen wollen zeigen, in welcher Weise Forschung über die Grenzen von Institutionen und Epochen hinweg unseren gewohnten Blick auf Dinge und Zeiten in eine neue Richtung lenken kann.

 

Zur Ausstellung empfiehlt sich der Katalog „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, hrsg. von Hole Rößler, 408 Seiten mit 213 Farbabbildungen, gebunden, 39,80 Euro, ISBN: 978-3-447-10712-9.

Die Schau, die dank der Verlängerung bis zum 18. Juni 2017 in der Bibliotheca Augusta zu sehen ist, wird begleitet von einer umfassenden virtuellen Ausstellung:

Zur Ausstellung empfiehlt sich der Katalog „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, hrsg. von Hole Rößler, 408 Seiten mit 213 Farbabbildungen, gebunden, 39,80 Euro, ISBN: 978-3-447-10712-9.

Die Schau, die dank der Verlängerung bis zum 18. Juni 2017 in der Bibliotheca Augusta zu sehen ist, wird begleitet von einer umfassenden virtuellen Ausstellung: www.luthermania.de.

 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr 

Eintritt: 5,-/2,-/1,- Euro
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de

 

 

Bild 1: Sogenanntes Trinkglas Martin Luthers, Stangenglas mit Spitznuppen und vergoldetem Silberstandfuß, vermutlich 16. Jahrhundert (Foto: HAB).

 

 

Bild 2: Seltener Fall überkonfessioneller Kritik: Luther und der Papst zersägen die Kirche. Unbekannter Zeichner, Feder und Pinsel in schwarz, braun, rot und grün aquarelliert, mit Gold gehöht, ca. Mitte 16. Jahrhundert (Foto: HAB).

Zeitgenössische Luther-Drucke, Flugblätter aus dem 16. Jahrhundert, Objekte, die angeblich aus dem Besitz des Reformators stammen, wie das Tintenfass, mit dem er nach dem Teufel geworfen haben soll: Sie bilden den Schwerpunkt der im Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel realisierten Ausstellung „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, die noch bis zum 17. April  2017 in der Herzog August Bibliothek und zeitlich unbegrenzt unter www.luthermania.de gezeigt wird. Für die virtuelle Schau wurden viele Druckwerke und Flugschriften vollständig digitalisiert und alle Exponate um zahlreiche Zusatzinformationen, Verlinkungen und Erschließungsmöglichkeiten ergänzt.

Handschriftliche Notizen am linken Seitenrand, am rechten Seitenrand und sogar zwischen den Zeilen: Ganz offensichtlich hat Martin Luther den lateinischen Psalter, der ihm für seine Vorlesungen in Wittenberg in den Jahren 1513 bis 1515 diente, gründlich durchgearbeitet. Die Anmerkungen des späteren Reformators geben Einblick in seine Ideen und Gedanken bei der Lektüre des liturgischen Textbuchs und bei der Vor- und Nachbereitung seiner Lehrveranstaltungen. Seit Oktober 2015 zählt das wertvolle Handexemplar Luthers zum Weltgedächtnis der UNESCO und damit zu den kulturell und historisch herausragenden Dokumenten, die mit moderner Informationstechnik weltweit zugänglich gemacht werden sollen.

Beim Luther-Psalter ist dies bereits geschehen: In der virtuellen Schau „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, die auf der gleichnamigen, im Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) realisierten Sonderausstellung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel basiert und die im Netz unter www.luthermania.de zu besichtigen ist, kann der Online-Besucher in dem vollständig digitalisierten Druckwerk blättern, die hochauflösenden Bilddateien heranzoomen und so die handschriftlichen Notizen Luthers detailliert betrachten: http://www.luthermania.de/exhibits/show/luther-der-heilige#page3. Auch viele der anderen in der Ausstellung gezeigten Druckwerke stehen in der virtuellen Schau ganz oder teilweise digitalisiert zur Verfügung.

Die rund 70 Exponate, darunter auch Objekte wie das Tintenfass, mit dem Luther nach dem Teufel geworfen haben soll, sind vier Sektionen der Ausstellung zugeordnet: Luther, der Heilige – Luther, der Teufel – Luther, die Marke – Luther, der Deutsche. Sie stammen zum überwiegenden Teil aus den reichen Beständen der Herzog August Bibliothek, die auch über die weltweit größte Sammlung an Luther-Drucken verfügt. Im Netz können alle Exponate in Bildergalerien sowie in einer interaktiven Zeitleiste betrachtet werden.

Bei der Einordnung  der Exponate helfen Kurztexte; für eine vertiefende Beschäftigung stehen zu jedem Ausstellungsobjekt ausführliche Informationen bereit. In weiterführenden Texten, die auf den Beiträgen und Essays des gedruckten Begleitkatalogs der Wolfenbütteler Ausstellung basieren und vergleichendes und relevantes Bildmaterial bereithalten, kommt die aktuelle Luther-Forschung zu Wort.

Die Germanistin Constanze Baum und der Historiker Timo Steyer (beide Wolfenbüttel) haben die virtuelle Schau konzipiert, das Design hat die Berliner Agentur Culture to Go auf Basis der Open-Source-Software Omeka entwickelt.

Die virtuelle Ausstellung „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“ ist ein Projekt des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW), zu dem sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Herbst 2013 zusammengeschlossen haben. Der Forschungsverbund MWW zeigt damit erstmals, wie sich die einzigartigen Bestände der in ihm vereinten drei großen deutschen Forschungsbibliotheken im Internet präsentieren lassen. Dabei verbindet die digitale Aufbereitung museale, bibliothekarische und wissenschaftliche Komponenten und stellt interessierten Besuchern wie Luther-Forschern umfangreiches und detailliert erschlossenes Material bereit.

Die Ausstellung vor Ort ist bis zum 17. April 2017 in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel zu sehen, die virtuelle Ausstellung unter www.luthermania.de.

Öffnungszeiten der Ausstellung in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Eintritt: 5,-/2,-/1,- Euro
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de

Zur Ausstellung ist der Katalog „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“ erschienen, hrsg. von Hole Rößler, 408 Seiten mit 213 Farbabbildungen, gebunden, 39,80 Euro, ISBN: 978-3-447-10712-9.

„Luthermania“ online – Ausstellung bietet virtuelle Ansichten der Kultfigur Martin Luther

 

Zeitgenössische Luther-Drucke, Flugblätter aus dem 16. Jahrhundert, Objekte, die angeblich aus dem Besitz des Reformators stammen, wie das Tintenfass, mit dem er nach dem Teufel geworfen haben soll: Sie bilden den Schwerpunkt der im Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel realisierten Ausstellung „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, die noch bis zum 17. April  2017 in der Herzog August Bibliothek und zeitlich unbegrenzt unter www.luthermania.de gezeigt wird. Für die virtuelle Schau wurden viele Druckwerke und Flugschriften vollständig digitalisiert und alle Exponate um zahlreiche Zusatzinformationen, Verlinkungen und Erschließungsmöglichkeiten ergänzt.

Handschriftliche Notizen am linken Seitenrand, am rechten Seitenrand und sogar zwischen den Zeilen: Ganz offensichtlich hat Martin Luther den lateinischen Psalter, der ihm für seine Vorlesungen in Wittenberg in den Jahren 1513 bis 1515 diente, gründlich durchgearbeitet. Die Anmerkungen des späteren Reformators geben Einblick in seine Ideen und Gedanken bei der Lektüre des liturgischen Textbuchs und bei der Vor- und Nachbereitung seiner Lehrveranstaltungen. Seit Oktober 2015 zählt das wertvolle Handexemplar Luthers zum Weltgedächtnis der UNESCO und damit zu den kulturell und historisch herausragenden Dokumenten, die mit moderner Informationstechnik weltweit zugänglich gemacht werden sollen.

Beim Luther-Psalter ist dies bereits geschehen: In der virtuellen Schau „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, die auf der gleichnamigen, im Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) realisierten Sonderausstellung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel basiert und die im Netz unter www.luthermania.de zu besichtigen ist, kann der Online-Besucher in dem vollständig digitalisierten Druckwerk blättern, die hochauflösenden Bilddateien heranzoomen und so die handschriftlichen Notizen Luthers detailliert betrachten: http://www.luthermania.de/exhibits/show/luther-der-heilige#page3. Auch viele der anderen in der Ausstellung gezeigten Druckwerke stehen in der virtuellen Schau ganz oder teilweise digitalisiert zur Verfügung.

Die rund 70 Exponate, darunter auch Objekte wie das Tintenfass, mit dem Luther nach dem Teufel geworfen haben soll, sind vier Sektionen der Ausstellung zugeordnet: Luther, der Heilige – Luther, der Teufel – Luther, die Marke – Luther, der Deutsche. Sie stammen zum überwiegenden Teil aus den reichen Beständen der Herzog August Bibliothek, die auch über die weltweit größte Sammlung an Luther-Drucken verfügt. Im Netz können alle Exponate in Bildergalerien sowie in einer interaktiven Zeitleiste betrachtet werden.

Bei der Einordnung  der Exponate helfen Kurztexte; für eine vertiefende Beschäftigung stehen zu jedem Ausstellungsobjekt ausführliche Informationen bereit. In weiterführenden Texten, die auf den Beiträgen und Essays des gedruckten Begleitkatalogs der Wolfenbütteler Ausstellung basieren und vergleichendes und relevantes Bildmaterial bereithalten, kommt die aktuelle Luther-Forschung zu Wort.

Die Germanistin Constanze Baum und der Historiker Timo Steyer (beide Wolfenbüttel) haben die virtuelle Schau konzipiert, das Design hat die Berliner Agentur Culture to Go auf Basis der Open-Source-Software Omeka entwickelt.

Die virtuelle Ausstellung „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“ ist ein Projekt des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW), zu dem sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Herbst 2013 zusammengeschlossen haben. Der Forschungsverbund MWW zeigt damit erstmals, wie sich die einzigartigen Bestände der in ihm vereinten drei großen deutschen Forschungsbibliotheken im Internet präsentieren lassen. Dabei verbindet die digitale Aufbereitung museale, bibliothekarische und wissenschaftliche Komponenten und stellt interessierten Besuchern wie Luther-Forschern umfangreiches und detailliert erschlossenes Material bereit.

Die Ausstellung vor Ort ist bis zum 17. April 2017 in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel zu sehen, die virtuelle Ausstellung unter www.luthermania.de.

Öffnungszeiten der Ausstellung in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Eintritt: 5,-/2,-/1,- Euro
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de

Zur Ausstellung ist der Katalog „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“ erschienen, hrsg. von Hole Rößler, 408 Seiten mit 213 Farbabbildungen, gebunden, 39,80 Euro, ISBN: 978-3-447-10712-9.

Am Montag, 28. November, um 19.00 Uhr spricht die Germanistin Claudine Moulin im Bücherkubus der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar über Randbemerkungen und andere Gebrauchsspuren in Büchern. Die Veranstaltung des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Längst sind handschriftliche Eintragungen von Lesern in Büchern zum Gegenstand kulturwissenschaftlicher Forschung geworden. Denn solche Annotationen zwischen den Zeilen oder am Blattrand zählen zu den wenigen Zeugen, die über die tatsächliche Benutzung literarischer Werke Auskunft geben. Sie helfen die Frage zu beantworten, von wem, wann und wie Texte gelesen wurden, und bieten einen geradezu einmaligen Ausgangspunkt für das Verständnis der Wissensaneignung und Wissenstradierung.

In ihrem Vortrag geht Claudine Moulin diesem besonderen Phänomen der Schriftkultur nach und skizziert eine Kulturgeschichte der Annotation. Dabei greift sie vornehmlich auf Beispiele aus den Beständen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar zurück und zeigt die große Bandbreite dieser von späterer Hand hinzugefügten „Paratexte“, die vom Eintrag einzelner Wörter oder ganzer Textpassagen über Korrekturen und Unterstreichungen bis hin zum Einlegen von Zetteln und Lesezeichen reicht. 

Prof. Dr. Claudine Moulin hat seit 2003 den Lehrstuhl für Germanistik/Sprach­geschichte mit Schwerpunkt Deutsch im Mittelalter an der Universität Trier inne. Zugleich leitet sie das Trier Center for Digital Humanities. Im Jahr 2010 erhielt sie den Akademiepreis für Forschung und Lehre des Landes Rheinland-Pfalz.

Ihren Vortrag hält Claudine Moulin auf Einladung des Projekts „Autorenbibliotheken“ im  Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW), zu dem sich im Herbst 2013 das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (MWW) zusammengeschlossen haben. Ziel von MWW ist es, die Sammlungen dieser drei Einrichtungen durch gemeinsame Forschungsprojekte, Veranstaltungen und Ausstellungen noch stärker in den Fokus von Wissenschaft und Öffentlichkeit zu rücken und damit der geisteswissenschaftlichen Forschung neue Impulse zu geben.

Veranstaltungsdaten:

„Annäherungen an den Rand. Zur Kulturgeschichte der Annotation“ – Vortrag von Prof. Dr. Claudine Moulin, Trier
28. November 2016 | 19 Uhr
Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek | Bücherkubus
Platz der Demokratie 4 | 99401 Weimar

Der Vortrag ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Kontakt:

Rica Burow 

Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
presse@mww-forschung.de