ENDE

Pressemitteilungen

Vom 17. bis 18. September 2018 findet im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Hannover, die Tagung Forschen in Sammlungen statt, die Ergebnisse und Perspektiven des seit fünf Jahren bestehenden, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel präsentiert. Vertreter(innen) aus den drei Institutionen kommen mit führenden Fachleuten auf dem Gebiet der Sammlungsforschung zusammen, um die Arbeit der letzten Jahre zu bilanzieren und neue Perspektiven für eine zukünftige Forschung auf diesem Gebiet zu entwickeln. Das Symposium wird von der Herzog August Bibliothek organisiert und von der VolkswagenStiftung gefördert.

Peter Burschel, Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und amtierender Sprecher des Verbunds, fasst das Besondere dieser Konferenz zusammen. "Der Tagungsort Schloss Herrenhausen bietet die Möglichkeit, die Ergebnisse aus der fünfjährigen Kooperation facettenreich darzustellen. Gleichzeitig können hier die Komponenten der zukünftigen Zusammenarbeit unserer drei Einrichtungen für eine breite Fachöffentlichkeit diskutiert werden."

Vorträge und Gespräche in vier Sektionen vermitteln, vor welchen Herausforderungen die Sammlungsforschung angesichts der digitalen Transformation steht, aber auch welche Chancen in der Entwicklung und Anwendung digitaler Methoden liegen: Im Mittelpunkt stehen Perspektiven der Erforschung des kulturellen Erbes angesichts der Dynamiken, denen die Bestände unterworfen sind. Eine Tool Gallery bietet Einblicke in die Resultate der Forschungsprojekte, und im Forschungslabor werden digitale Forschungsansätze vorgestellt. Den ersten Tag beendet Julia Voss mit ihrem Abendvortrag "Wie Datenbanken Geschichte schreiben". Zum Abschluss der Tagung wird in einem Round Table Gespräch noch einmal die Frage nach den Perspektiven gestellt. Teilnehmer der Gesprächsrunde sind u.a. Wilhelm Krull, Claudine Moulin und Sandra Richter; die Moderation übernimmt Hellmut Seemann.

Die Herausgeberinnen des seit November 2017 im Open Access erscheinenden E-journals MEMO - Medieval and Early Modern Material Culture Online haben sich bei der Konzeption ihres Journals an der ZfdG orientiert, die sich damit als Best Practice im Bereich geisteswissenschaftlicher Open-Access-Zeitschriften weiter etabliert.Ende August dieses Jahres ist nun Ausgabe 2 von MEMO erschienen, die sich dem Thema "Digital Humanities & Materielle Kultur" widmet.

"Hinsichtlich der technischen und inhaltlichen Umsetzung wurden wir vom Team der ZfdG umfassend unterstützt", sagt Mag. Gabriele Schichta, eine der beiden Herausgeberinnen von MEMO und betont, dass die Zeitschrift sowohl in ihrem inhaltlichen Aufbau als auch hinsichtlich ihres online-Auftritts als "wichtiges Vorbild und Impulsgeberin" fungiert hat.

Dr. Constanze Baum, während der Aufbauphase von MEMO die redaktionelle Leiterin der ZfdG, fasst zusammen, welche Tipps und Hilfestellung unter anderem zu redaktionspraktischen Arbeitsabläufen vermittelt wurden: "Neben dem Austausch von Materialien wie Einreichungsrichtlinien und Autorenvereinbarungen sowie der Überlassung eines Stylesheets, konkreten Hinweisen zum Zitieren elektronischer Quellen und einem Hinweis auf das DHd- Working Paper zum digitalen Publizieren konnten wir beraten, wie DOIs institutionell angebunden werden und nicht zuletzt mit Hinweisen zur Rechteeinholung für Medienmaterial weiterhelfen."

Sabine Wiechmann, leitende Redakteurin der ZfdG, betont, wie wichtig eine solche Zusammenarbeit für den Ausbau und die Weiterentwicklung des digitalen Publizierens ist: "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ZfdG und von MEMO sehen in dieser Kooperation eine gelungene Win-win-Situation."

Die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften veröffentlicht in Jahrgangsheften Fachartikel oder Beiträge mit Projektvorstellungen aus allen Disziplinen der digitalen Geisteswissenschaften. Auch Sonderbände, zuletzt die Nummer 3 "Wie Digitalität die Geisteswissenschaften verändert", werden in regelmäßigen Abständen publiziert.

Workshop an der University of California, Los Angeles, und in der Villa Aurora, Pacific Palisade

Der am 14. und 15. Juni 2018 stattfindende Workshop fragt nach den amerikanischen Teilen der Bibliothek Thomas Manns, also jenen Büchern, die einmal die Bibliothek in Thomas Manns Haus in Pacific Palisades bildeten. Ein Teil dieser Bücher wird mittlerweile an der ETH Zürich bewahrt, andere gelangten an Sammlungseinrichtungen und in den Handel, sind heute verstreut.

Widmungen und Annotationen machen Manns Bücher zu Erinnerungsstücken und zu Forschungsmaterial. Die Bücher bildeten als Bibliothek aber zugleich einen Arbeits- und Denkraum, der sich, forciert durch politische und ökonomische Gegebenheiten, den wechselnden Orten und Schreibprojekten  angepasst hat. Die Frage nach Provenienz produziert hier eine besondere Form von Aufmerksamkeit, die politische Ereignisse und philologische Fakten zusammendenken lässt, denn zerstreute Sammlungen bilden unsichtbare, in unserem Fall transatlantische Beziehungs- und Provenienznetze. Sie sind Spuren eines einstmals lebendigen Zusammenhangs, dessen Rekonstruktion und Befragung Aufgabe historischer und literaturwissenschaftlicher Forschung darstellt. Der Workshop wird hier ansetzen, um nach den materiellen Voraussetzungen, Praktiken und Prozessen von Weltliteratur zu fragen.

Der Workshop ist eine Initiative des Deutschen Literaturarchivs Marbach in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Literatur- und Kulturwissenschaft der ETH Zürich und dem Department of Germanic Languages der UCLA im Rahmen des Projekts  »Autorenbibliotheken« des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel. Margit Kleinman, die Direktorin der Villa Aurora, und Nikolai Blaumer, Programmdirektor im Thomas Mann House, werden am 14.6. bei einem Empfang in der Villa Aurora von der Geschichte und den Plänen beider Häuser berichten.

Das Programm finden Sie hier.

Die im Rahmen des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) gemeinsam mit dem Wissenschaftskolleg zu Berlin im Verlag C.H.Beck herausgegebene „Zeitschrift für Ideengeschichte“  hat beginnend mit der Frühjahrsausgabe 2018 einen weiteren Herausgeber: die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das neue Heft erscheint am 15. Februar und trägt den Titel „Welthistoriker – Dilettant – Burckhardt“ (ZIG, Heft XII/1).

„Der Eintritt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, des größten Museums-, Bibliotheks- und Archivkomplexes in Deutschland, in die Herausgeberschaft unserer Zeitschrift setzt ein starkes Zeichen. Geisteswissenschaftliche Forschung in diesem Land ist ein vielstimmiges und ideenreiches Gespräch. Seinen originären und originellen Ausdruck findet es in der ‚Zeitschrift für Ideengeschichte‘.“, sagt Prof. Dr. Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

Die ZIG wurde 2007 vom Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Klassik Stiftung Weimar als Forum ideengeschichtlicher Forschung und Reflexion gegründet und praktiziert eine fachübergreifende Kommunikation zwischen allen historisch denkenden und argumentierenden Geisteswissenschaften. Seit  2013 ist das Wissenschaftskolleg zu Berlin Mitherausgeber.

„Wir freuen uns, dass wir nun auch zu diesem renommierten wie erfolgreichen Heft gehören. Die SPK vereint mit ihren Archiven, Bibliotheken und Museen die unterschiedlichsten Sparten der kulturellen Überlieferung  und kann sich auf vielfältige Weise in dieses ideengeschichtliche Forum einbringen.“, sagt Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Die Hefte erscheinen seit Beginn vierteljährlich im Verlag C.H.Beck. „Das Profil der Zeitschrift steht quer, ja oft auch schräg, zu allen eingespielten Fachgrenzen und ist zugleich ganz unverwechselbar. Dass nun die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihrem Präsidenten Hermann Parzinger dem Netzwerk der vier bisherigen Herausgeberinstitutionen beitritt, unterstreicht und stärkt diese Besonderheit. Wir sind stolz darauf, als Verlag Teil eines solchen Netzwerkes sein zu dürfen.“, sagt Dr. Jonathan Beck, Verleger von C.H.Beck. 

 

Zeitschrift für Ideengeschichte
Heft XII/1 Frühjahr 2018
„Welthistoriker – Dilettant – Burckhardt“
128 Seiten
Einzelheft 14 Euro
Im Abo jährlich 4 Hefte 48 Euro

Die Familie Enzensberger findet sich auf Wunsch des Fotografen Stefan Moses regelmäßig zu einem »Familienkloß« zusammen: Die Bilder zeigen die Tradition einer berühmten Familie – oder entsteht diese familiäre Wirklichkeit erst durch die Bildpolitik? Die im Rahmen des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel entwickelte Ausstellung ›Die Familie. Ein Archiv‹ widmet sich einem besonderen Ausschnitt der Fotografiegeschichte. Darüber hinaus verfolgt sie die Spuren von familiären Erinnerungsräumen, die mit bildlichen und poetischen Mitteln entstehen, und dokumentiert so die Suche nach Unsterblichkeit.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 21. September 2017, um 19.30 Uhr spricht Peter von Matt über »Das Familiengeheimnis. Betrachtung eines jahrhundertealten Faszinosums«. Die Ausstellung wurde von der Leiterin der Museen Ellen Strittmatter kuratiert, die Ausstellungsarchitektur und -gestaltung hat das südstudio (Hannes Bierkämper, Anja Soeder und Alexander Lang) entwickelt; für die grafische Gestaltung zeichnet Clemens Hartmann verantwortlich.

»The making of the family«: In welcher Formenvielfalt innere Ordnungen von Familien sichtbar werden und wie sich diese zwischen ihrem Anspruch auf Originalität und Kanonisierung manifestieren, zeigt die Ausstellung ›Die Familie. Ein Archiv‹. Mit rund 300 Exponaten – u.a. Theodor Fontanes Familienbibel, Theodor Mommsens Testament, die Stammtafel der Familie Vesper, zahlreichen Familienporträts von Autoren wie Eduard Mörike, Erich Kästner, Marie Luise Kaschnitz, Ernst Jünger, Viktor von Weizsäcker und Georg Picht bis hin zum Versuch über die »absolute Familie« von Friedrich Kittler – nimmt sie Dichter-, Künstler- und Gelehrtenfamilien in den Blick: von den Ursprungsmythen bis zur Konstruktion von Geistesfamilien und literarischen Wahlverwandtschaften. Die Exponate der Ausstellung zeugen von dem Versuch, intellektuelle und künstlerische Traditionen zu bilden, aber auch von der Kraft der Unheilsgeschichten, von Brüchen und Zerfall.

Vom materiellen, vor allem vom geistigen Erbe – dem künstlerischen oder wissenschaftlichen Ertrag eines Menschenlebens – erzählt ›Die Familie. Ein Archiv‹, aber auch davon, wie ein Familienroman wie Die Buddenbrooks sich mit der Wirklichkeit unauflöslich verwebt. Testamente werden verfasst, Nachlässe geordnet und übertragen, Register und Stammbäume entworfen, außerdem Familienaufstellungen bildlich erprobt und für die Ewigkeit festgehalten: Wie haben sich Autorinnen und Autoren über ihre Familienbande in Bild und Text über zwei Jahrhunderte inszeniert? Und: Über welche Strategien verwandelt sich das Beziehungsgeflecht Familie in Poesie?

Familie Hesse, 1899

Ausstellung:
Die Ausstellung ›Die Familie. Ein Archiv‹ wird am 21. September 2017, um 19.30 Uhr im Humboldt-Saal (Archivgebäude) eröffnet. Der Eintritt ist frei. Sie ist vom 22. September 2017 bis 29. April 2018 im Literaturmuseum der Moderne zu sehen.

Pressekonferenz:
Die Pressekonferenz findet am 20. September um 11 Uhr statt. Um Anmeldung wird gebeten: presse@dla-marbach.de.

Katalog:
Marbacher Katalog 70 | Die Familie. Ein Archiv. Hrsg. von Ellen Strittmatter. 296 Seiten, zahlreiche farbige Abb. Fadengeh. Broschur mit tiefen Klappen. € 30,00. ISBN 978-3-944469-28-7

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel. Der Katalog wurde gefördert durch den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Freundeskreis des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

Kontakt:

Rica Burow 

Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
presse@mww-forschung.de