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„Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“: Sonderausstellung wird verlängert

Prophet, Ketzer, Aufklärer, Antisemit, Nationalheld, Fürstenknecht: Wohl kaum eine Gestalt der deutschen Erinnerungskultur hat so unterschiedliche Zuschreibungen erfahren wie Martin Luther. Anlässlich des Reformationsjubiläums in diesem Jahr wirft die Herzog August Bibliothek in einer großen Sonderausstellung einen Blick auf die Kultfigur Martin Luther. Die HAB ist erfreut, die Ausstellung nun bis zum 18. Juni 2017 verlängern zu können.

Die Ausstellung "Luthermania - Ansichten einer Kultfigur" zeigt, welche Herkunft und Geschichte die verschiedenen Lutherbilder haben, dass sie geformt sind von der sozialen und politischen Lage, von kulturellen Entwicklungen und Krisen der jeweiligen Zeit. Auf 380 Quadratmetern präsentiert sie vier wesentliche kulturelle "Spielfelder", in denen sich Lutherbilder entwickelten und über lange Zeiträume wirksam waren: Luther, der Heilige - Luther, der Teufel - Luther, die Marke - Luther, der Deutsche. Die Exponate werden dabei nicht als Wege zu Luther verstanden, sondern als materielle Agenten, die die Aufgabe hatten, eine bestimmte, mit Vorannahmen, Wertzuschreibungen, Idealen und Absichten behaftete "Sichtbarkeit" herzustellen. Sie haben in ihrer Zeit und mit unterschiedlichem Erfolg "Luther" gemacht. Es werden rund 70 Exponate - illustrierte Bücher, Flugblätter, Handschriften und Objekte - präsentiert, die zum größten Teil aus den reichen Beständen der Herzog August Bibliothek stammen, die auch über die weltweit größte Sammlung an Lutherdrucken verfügt.

Die Schau in Wolfenbüttel ist die erste von insgesamt drei Ausstellungen des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW), zu dem sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Herbst 2013 zusammengeschlossen haben. Die Ausstellungen bieten nicht nur Einblicke in die teilweise noch nie öffentlich gezeigten Sammlungsbestände dieser drei großen Forschungsbibliotheken, die längst nicht nur Handschriften und Bücher bergen. Sie machen auch Ergebnisse aus den gemeinsamen Forschungsprojekten des Verbunds für eine größere Öffentlichkeit sichtbar und präsentieren deren Funde und Entdeckungen in den Archiven von Marbach, Weimar und Wolfenbüttel. Alle drei Ausstellungen wollen zeigen, in welcher Weise Forschung über die Grenzen von Institutionen und Epochen hinweg unseren gewohnten Blick auf Dinge und Zeiten in eine neue Richtung lenken kann.

 

Zur Ausstellung empfiehlt sich der Katalog „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, hrsg. von Hole Rößler, 408 Seiten mit 213 Farbabbildungen, gebunden, 39,80 Euro, ISBN: 978-3-447-10712-9.

Die Schau, die dank der Verlängerung bis zum 18. Juni 2017 in der Bibliotheca Augusta zu sehen ist, wird begleitet von einer umfassenden virtuellen Ausstellung:

Zur Ausstellung empfiehlt sich der Katalog „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, hrsg. von Hole Rößler, 408 Seiten mit 213 Farbabbildungen, gebunden, 39,80 Euro, ISBN: 978-3-447-10712-9.

Die Schau, die dank der Verlängerung bis zum 18. Juni 2017 in der Bibliotheca Augusta zu sehen ist, wird begleitet von einer umfassenden virtuellen Ausstellung: www.luthermania.de.

 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr 

Eintritt: 5,-/2,-/1,- Euro
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de

 

 

 

Bild 1: Sogenanntes Trinkglas Martin Luthers, Stangenglas mit Spitznuppen und vergoldetem Silberstandfuß, vermutlich 16. Jahrhundert (Foto: HAB).

 

 

 

Bild 2: Seltener Fall überkonfessioneller Kritik: Luther und der Papst zersägen die Kirche. Unbekannter Zeichner, Feder und Pinsel in schwarz, braun, rot und grün aquarelliert, mit Gold gehöht, ca. Mitte 16. Jahrhundert (Foto: HAB).