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"Die Familie. Ein Archiv". Zur Eröffnung der Ausstellung am 21. September spricht Peter von Matt. Pressekonferenz am 20. September um 11 Uhr

Die Familie Enzensberger findet sich auf Wunsch des Fotografen Stefan Moses regelmäßig zu einem »Familienkloß« zusammen: Die Bilder zeigen die Tradition einer berühmten Familie – oder entsteht diese familiäre Wirklichkeit erst durch die Bildpolitik? Die im Rahmen des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel entwickelte Ausstellung ›Die Familie. Ein Archiv‹ widmet sich einem besonderen Ausschnitt der Fotografiegeschichte. Darüber hinaus verfolgt sie die Spuren von familiären Erinnerungsräumen, die mit bildlichen und poetischen Mitteln entstehen, und dokumentiert so die Suche nach Unsterblichkeit.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 21. September 2017, um 19.30 Uhr spricht Peter von Matt über »Das Familiengeheimnis. Betrachtung eines jahrhundertealten Faszinosums«. Die Ausstellung wurde von der Leiterin der Museen Ellen Strittmatter kuratiert, die Ausstellungsarchitektur und -gestaltung hat das südstudio (Hannes Bierkämper, Anja Soeder und Alexander Lang) entwickelt; für die grafische Gestaltung zeichnet Clemens Hartmann verantwortlich.

»The making of the family«: In welcher Formenvielfalt innere Ordnungen von Familien sichtbar werden und wie sich diese zwischen ihrem Anspruch auf Originalität und Kanonisierung manifestieren, zeigt die Ausstellung ›Die Familie. Ein Archiv‹. Mit rund 300 Exponaten – u.a. Theodor Fontanes Familienbibel, Theodor Mommsens Testament, die Stammtafel der Familie Vesper, zahlreichen Familienporträts von Autoren wie Eduard Mörike, Erich Kästner, Marie Luise Kaschnitz, Ernst Jünger, Viktor von Weizsäcker und Georg Picht bis hin zum Versuch über die »absolute Familie« von Friedrich Kittler – nimmt sie Dichter-, Künstler- und Gelehrtenfamilien in den Blick: von den Ursprungsmythen bis zur Konstruktion von Geistesfamilien und literarischen Wahlverwandtschaften. Die Exponate der Ausstellung zeugen von dem Versuch, intellektuelle und künstlerische Traditionen zu bilden, aber auch von der Kraft der Unheilsgeschichten, von Brüchen und Zerfall.

Vom materiellen, vor allem vom geistigen Erbe – dem künstlerischen oder wissenschaftlichen Ertrag eines Menschenlebens – erzählt ›Die Familie. Ein Archiv‹, aber auch davon, wie ein Familienroman wie Die Buddenbrooks sich mit der Wirklichkeit unauflöslich verwebt. Testamente werden verfasst, Nachlässe geordnet und übertragen, Register und Stammbäume entworfen, außerdem Familienaufstellungen bildlich erprobt und für die Ewigkeit festgehalten: Wie haben sich Autorinnen und Autoren über ihre Familienbande in Bild und Text über zwei Jahrhunderte inszeniert? Und: Über welche Strategien verwandelt sich das Beziehungsgeflecht Familie in Poesie?

Familie Hesse, 1899

Ausstellung:
Die Ausstellung ›Die Familie. Ein Archiv‹ wird am 21. September 2017, um 19.30 Uhr im Humboldt-Saal (Archivgebäude) eröffnet. Der Eintritt ist frei. Sie ist vom 22. September 2017 bis 29. April 2018 im Literaturmuseum der Moderne zu sehen.

Pressekonferenz:
Die Pressekonferenz findet am 20. September um 11 Uhr statt. Um Anmeldung wird gebeten: presse@dla-marbach.de.

Katalog:
Marbacher Katalog 70 | Die Familie. Ein Archiv. Hrsg. von Ellen Strittmatter. 296 Seiten, zahlreiche farbige Abb. Fadengeh. Broschur mit tiefen Klappen. € 30,00. ISBN 978-3-944469-28-7

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel. Der Katalog wurde gefördert durch den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Freundeskreis des Deutschen Literaturarchivs Marbach.