Gastwissenschaftler

Prof. Dr. Konstantin Asadowski

Aufenthalt in Marbach im Mai und Juni 2016

Vita

Konstantin Asadowski ist ein russischer Germanist, Übersetzer und Literaturkritiker. Nach seinem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität in Leningrad unterrichtete er von 1963 bis 1974 an Pädagogischen Institutionen in Leningrad und Petrosawodsk. Von 1975 an war er Lehrstuhlleiter am Leningrader Vera-Mukhina-Institut für Industriedesign und Angewandte Kunst, bis er 1980 aufgrund von Beschuldigungen, die der sowjetische Geheimdienst KGB konstruiert hatte, verhaftet wurde. 1989 wurde er als Opfer politischer Verfolgung rehabilitiert. Für seine Verdienste als Übersetzer und Vermittler zwischen der deutschen und russischen Literatur erhielt Asadowski mehrere Auszeichnungen, unter anderem auch das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Seit 1999 ist er Präsident des PEN-Clubs St. Petersburg.

Forschungsvorhaben

Konstantin Asadowski hat im Kontext des Forschungsprojekts „Text und Rahmen“ zu Rainer Maria Rilke und dem Insel-Verlag geforscht. Die Arbeiten Konstantin Asadowskis fügten sich zugleich in die Vorbereitung der Ausstellung „Rilke und Russland“ ein, die im Frühjahr 2017 im Literaturmuseum der Moderne in Marbach gezeigt wird. Asadowski ist einer der führenden russischen Rilke-Experten und trug zur Vertiefung des Austauschs mit der russischen Germanistik und Komparatistik bei.

Dietmar Dath

Aufenthalt in Weimar im April/Mai 2016

Vita

Dietmar Dath lebt als Autor, Übersetzer und Journalist in Freiburg und Frankfurt am Main. Nach seinem Studium der Physik und Literaturwissenschaften war er Chefredakteur des Kölner Magazins für Popkultur „Spex” und von 2001 bis 2007 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit September 2011 ist er dort Filmkritiker. Er veröffentlichte mehrere Romane, außerdem Bücher und Essays zu wissenschaftlichen, ästhetischen und politischen Themen. Für seine Romane wurde er mehrfach ausgezeichnet. In den letzten Jahren ist Dietmar Dath auch als Dramatiker und Lyriker in Erscheinung getreten. 

Arbeitsvorhaben 

Auf Einladung des Weimarer Teilprojekts „Der Faust-Stoff und seine Medialisierungen” forschte Dietmar Dath über das diskursive Zusammenspiel von Faust, Science (Wissenschaft, Wissen) und Fiction (Literatur, Film) in der Geschichte des Stoffes. Er interessierte sich insbesondere für das utopische und phantastische Potenzial des Stoffes sowie für die Implikationen in den Bereichen Wissen und Wissenschaft. Gegenstand seiner Forschungen waren neben philosophischen und literarischen Texten auch neuere filmische Darstellungen, in denen Faust thematisch und motivisch eine Rolle spielt.

Zum Abschluss seines Aufenthalts in Weimar hielt Dietmar Dath am 4. Mai 2016 um 18 Uhr im Goethe- und Schiller-Archiv einen öffentlichen Videovortrag mit dem Titel „FaustScienceFiction”. Darin ging er den Spuren nach, die der Faust-Stoff in jüngerer Zeit in Wissenschaft und Populärkultur hinterlassen hat. An den Videovortrag schloss sich eine von Carsten Rohde, wissenschaftlicher Mitarbeiter des MWW-Forschungsprojekts „Text und Rahmen”, moderierte Podiumsdiskussion mit Dietmar Dath, Norbert Otto Eke (Paderborn) und Stefan Matuschek (Jena) an.    

Weiterführende Infos

Interview mit Dietmar Dath im MWW-Blog

Video-Interview mit Dietmar Dath im Blog der Klassik Stiftung Weimar

Wolfgang Fuhrmann

Aufenthalt in Wolfenbüttel im Mai und Juli 2015

Vita

PD Dr. Wolfgang Fuhrmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Nach seinem Studium war er sowohl als Musikpublizist (für „Der Standard”, die „Berliner Zeitung”, „Frankfurter Allgemeinen Zeitung” u. a.)  als auch in der Wissenschaft tätig. Hier schrieb er seine Dissertation über „Herz und Stimme. Innerlichkeit, Affekt und Gesang im Mittelalter“ (Universität Wien 2003) und seine Habilitationsschrift „Haydn und sein Publikum. Die Veröffentlichung eines Komponisten ca. 1750 bis ca. 1815“ (Universität Bern 2010). Während seiner Universitäts-Assistenz für Historische Musikwissenschaft am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien war er außerdem zuständig für die Erschließung und Verwaltung des Institutsarchivs.

Arbeitsvorhaben

Auf Einladung des Wolfenbütteler Teilprojekts „Mediengeschichte der Psalmen“ widmete sich Wolfgang Fuhrmann der Pragmatik von Psalmen im 15. Jahrhundert. Sie war für ihn vor allem deshalb von Interesse, um die Entstehung der Mehrstimmigkeit im Psalmengesang, insbesondere der Psalmen-Motette, in der zeitgenössischen Psalmen-Praxis situieren zu können. Als Ergebnis des Aufenthalts erscheint der Aufsatz „Absicherung und Aneignung. Zur musikalischen Gebrauchsgeschichte der Psalmen im 15. Jahrhundert“ im Themenheft „Produktive Ästhetik von Psalmen im Spätmittelalter“, das von der Projektleiterin Ursula Kundert herausgegeben wird.

Ralf Gnosa

Aufenthalt in Marbach und Weimar im Oktober und November 2015 und in Marbach im Dezember 2015

Vita

Ralf Gnosa lebt seit 2011 als freier Schriftsteller und Literaturwissenschaftler in Mönchengladbach. Er ist Stellvertretender Vorsitzender und Archivbeauftragter der Paul Ernst Gesellschaft. Nach dem Studium der Germanistik und Philosophie in Bonn (M.A.) war er rund ein Jahrzehnt in der Erschließung literarischer Nachlässe tätig (unter anderem Paul-Ernst-Archiv/Sammlung Kutzbach in der Universitätsbibliothek Regensburg; Nachlass Walter Höllerer im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg; Eichendorff-Handschriften im Freien Deutschen Hochstift Frankfurt am Main).

Aufsätze und Editionen schwerpunktmäßig zur Literatur vom Naturalismus bis zur Nachkriegszeit (zuletzt Edition der „Polymeter” (1898) von Paul Ernst, Leipzig: Reinecke & Voß 2016); Lyrik, Nachdichtung, Prosa.

Arbeitsvorhaben

Auf Einladung des Marbacher Teilprojekts „Text und Rahmen: Die Präsentation kanonischer Werke um 1900” ging Ralf Gnosa den weitverzweigten Herausgebertätigkeiten des Neuklassikers Paul Ernst (1866–1933) nach. Durch ein Archivstipendium konnte er den Weimarer Teil des Insel-Verlagsarchivs intensiv auswerten, das die Korrespondenz zwischen Paul Ernst und der Insel enthält, ergänzt um erweiternde Studien in Marbach in Ernsts Nachlass sowie in Beständen des Insel- und des Georg Müller Verlages.

Erstes Ergebnis seiner Aufenthalte in Marbach und Weimar war ein Vortrag im Rahmen des öffentlichen Workshops „Die Präsentation kanonischer Werke um 1900“ des MWW-Forschungsprojekts „Text und Rahmen“, der vom 14. bis 16. Januar 2016 in Marbach stattfand und zu dem es einen Tagungsband geben wird. Der Vortrag wurde variiert und erweitert auch in Weimar und Berlin gehalten und wird im Jahr 2017 in dem genannten Tagungsband erscheinen.