Gastwissenschaftler

Dr. Elisabeth Gallas

Aufenthalt in Marbach im August 2016

Vita

Elisabeth Gallas ist leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig. Zwischen 2012 und 2016 war sie Minerva Research Fellow an der Hebräischen Universität Jerusalem und Forschungsstipendiatin am Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien. Sie hat Kulturwissenschaften und Germanistik in Leipzig sowie Soziologie in Kopenhagen studiert und wurde 2011 in Neuerer Geschichte an der Universität Leipzig promoviert. Ihre Dissertation wurde 2013 unter dem Titel „Das Leichenhaus der Bücher. Kulturrestitution und jüdisches Geschichtsdenken nach 1945“ bei Vandenhoeck & Ruprecht veröffentlicht.

Forschungsvorhaben

Im Zentrum des Forschungsaufenthalts standen Provenienz- und Restitutionsfragen jüdischer Bibliotheken und Buchsammlungen nach 1945. Zum einen wurde das Thema in einem Mittwochsseminar unter dem Titel „Displaced Books“ vorgetragen und mit Mitarbeitern und Stipendiaten des DLA diskutiert. Zum anderen hat Elisabeth Gallas anhand des Nachlasses und der Bibliothek von H. G. Adler die Geschichte seiner während des Zweiten Weltkrieges verloren gegangenen und fragmentierten Bibliothek rekonstruiert. Diese Recherche führte zu einem kleinen Beitrag für einen Katalog zur Ausstellung „Die Gabe“ im Literaturmuseum der Moderne in Marbach. Darüber hinaus hat sich Elisabeth Gallas mit dem Nachlass des Lambert Schneider Verlags beschäftigt, dessen Gründer und Namensgeber als erster lizensierter Verleger im Nachkriegsdeutschland an der Veröffentlichung von Texten und Büchern jüdischer Autorinnen und Autoren arbeitete.

Prof. Dr. Friedrich Voit

Aufenthalt in Marbach im Juli 2016

Vita

Friedrich Voit lehrte von 1978 bis 2015 deutsche Sprache und Literatur an der Universität Auckland (Neuseeland). Seine Forschungsinteressen erstrecken sich vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, zuletzt mit Editionen und Publikationen zu Karl Wolfskehl und Gerson Stern.

Forschungsvorhaben

Während seines Forschungsaufenthalts in Marbach im Juli 2016 recherchierte Friedrich Voit für eine Arbeit über Margot Ruben (1908-1980) ihre Prägung durch Kontakte zu Mitgliedern des George-Kreises bis 1933, ihr Leben mit Karl Wolfskehl in Italien und dann im neuseeländischen Exil (1934-1948) und vor allem ihre editorische Arbeit für das epistolarische und literarische Werk Wolfskehls nach dessen Tod. Auch zu einem geplanten Lexikonartikel über Karl Wolfskehl als Übersetzer unternahm er einige Nachforschungen.

Asst. Prof. Leif Weatherby 

Aufenthalt in Marbach im Mai 2016

Vita

Leif Weatherby ist Assistant Professor of German und Director of Graduate Studies an der New York University. Er promovierte an der University of Pennsylvania. Weatherbys Forschungsgebiete sind die deutsche Aufklärung und Romantik, die Geschichte der Wissenschaften und der Ästhetik sowie der Marxismus. Neben mehreren Aufsätzen über die deutsche Romantik veröffentlichte er 2016 ein Buch mit dem Titel „Transplanting the Metaphysical Organ: German Romanticism between Leibniz und Marx“, in dem er seine Theorie der „romantischen Organologie“ vorstellt.

Forschungsvorhaben

Leif Weatherby Ph.D. hat im Zusammenhang des Forschungsprojekts „Autorenbibliotheken“ die philosophische Bibliothek von Hans Blumenberg auf dessen Goethe- und Jacobi-Rezeption hin untersucht. Zugleich hat er seine Verbindungen zum Konstanzer Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“ eingebracht. Leif Weatherby hat 2009 an der Marbacher Sommerschule „Menschen beschreiben. Literatur – Anthropologie – Psychologie – 1800–2000“ teilgenommen und als US-amerikanischer Alumnus den Forschungsverbund in der Sommerschulplanung beraten.

Prof. Dr. Helmut Zedelmaier

Aufenthalt in Wolfenbüttel im September und Oktober 2015 

Vita
Helmut Zedelmaier ist seit 2004 außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte an der LMU München. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kultur- und Wissensgeschichte der Frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts. Er beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit Gelehrtengeschichte und den Wissensordnungen der Frühen Neuzeit, so dass seine Arbeiten für das Wolfenbütteler Teilprojekt „Frühneuzeitliche Gelehrtenbibliotheken” von besonderer Relevanz sind. Von 1999 bis 2004 war er als Bearbeiter und Leiter von historischen Forschungsprojekten an der Herzog August Bibliothek tätig; unter anderem ist eine Internetpublikation mit dem Titel „Die Geschichte eines Buches“ erschienen, der weitere Veröffentlichungen zur Buchgeschichte folgten.

Forschungsvorhaben

Das Interesse von Helmut Zedelmaier gilt Programmen, Produkten, Techniken und Praktiken gelehrter Informationsverarbeitung in der Frühen Neuzeit. In diesem Zusammenhang untersucht er die Entwicklung und Ausdifferenzierung von Indices, die Geschichte des Exzerpierens, seiner Formen, Techniken und Praktiken; auch, welche Rolle Institutionen wie frühneuzeitliche Bibliotheken und Kunstkammern in diesem Zusammenhang spielen. Während seines Aufenthalts in Wolfenbüttel tauschte er sich mit den dort angesiedelten Projekten des Forschungsverbunds MWW aus und beschäftigte sich mit Anleitungen zum Exzerpieren, die in der Herzog August Bibliothek überliefert sind.