Transatlantischer Bücherverkehr


Migrationswege und Transferrouten vor und nach 1945

Die Fallstudie, die an die Forschungsfelder ‚Provenienz‘ und ‚Ökonomie‘ anschließt, richtet den Blick auf die Migrationswege und Transferrouten von Bücher- und Handschriftensammlungen im mittleren 20. Jahrhundert. Sie zielt auf eine Konstituierungsgeschichte der literarischen Überlieferung, auf ein tiefenscharfes Verständnis des Zusammenhangs von Materialökonomien und Interpretation, damit auch auf einen entscheidenden Part der Sammlungsgeschichte großer deutscher Einrichtungen nach 1945.

Quellengrundlage ist zum einen der einzigartige Bestand von Auktions- und Antiquariatskatalogen im Deutschen Literaturarchiv Marbach, aus denen sich die Bewegungen an den ‚Umschlagplätzen‘ rekonstruieren lassen, zum anderen die große Zahl migrierter Bibliotheken, die konzentrierte Fallstudien und Gegenproben ermöglichen.

Die Ausgangsfragen der Fallstudie lauten: Welche Bewegungen und Entwicklungen lassen sich für den transatlantischen Raum für die Zeit 1933–1945 nachzeichnen? Wie verändern sich Materialpolitik und Materialaufmerksamkeit nach 1945? Wie hängen Handel, Sammlung und Forschung zusammen? Und schließlich: Wie lassen sich diese Prozesse mit digitalen Verfahren abbilden?

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