Sammlungsforschung im digitalen Zeitalter

Ziel der zweiten Förderphase ist es, ein gemeinsames Digitales Labor geisteswissenschaftlicher Forschung als Kompetenzzentrum sammlungserschließender Forschung zu etablieren. Die Sammlungsforschung und -erschließung wird mithilfe der in den Digital Humanities entwickelten Verfahren technisch und methodisch auf neue Fundamente gestellt. Im Zentrum der Zusammenarbeit der drei Verbundeinrichtungen steht die Arbeit an Zukunftsthemen aus den Bereichen bestandsbezogener Forschung und Digital Humanities.

Die Sammlungsforschung des Verbunds konzentriert sich als Weiterentwicklung der ersten Förderphase auf drei Forschungsfelder, die für den Umgang mit archivarischen, bibliothekarischen und musealen Sammlungen relevant sind.

  • Raum
  • Provenienz
  • Ökonomie

 

 

Fallstudien

In sechs Fallstudien werden diese drei Forschungsfelder beleuchtet: Raum als sammlungsstrukturierender und Provenienz als historischer Kontext sowie Ökonomie im Sinne von Kapitalaufbau und -verlust.

  • Goethe digital: Eine Autorenbibliothek als Sammlungsraum
  • Intellektuelle Netzwerke. Frühneuzeitliche Gelehrtenbibliotheken als Wissens- und Kommunikationsräume
  • Transatlantischer Bücherverkehr. Migrationswege und Transferrouten vor und nach 1945
  • Weltwissen. Das kosmopolitische Sammlungsinteresse des frühneuzeitlichen Adels
  • Kult und Kapital. Die Sammlungspolitik des Nietzsche-Archivs
  • Friedrich Kittlers digitaler Nachlass. Archivierung und Erschließung von Born Digitals

 

Die sechs sammlungsorientierten Fallstudien haben eine doppelte Funktion:

Zum einen kommen hier jene Verfahren und Services der Digital Humanities zum Einsatz, die im Digitalen Labor für eine neuartige Form der Sammlungsforschung bereitgestellt werden.

Zum anderen geben die Fallstudien wichtige Impulse für die kontinuierliche Weiterentwicklung digitaler Verfahren im Kontext der Sammlungsforschung.

Zentral ist hierbei ein enges und kontinuierliches Zusammenwirken aller wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um den Austausch von Informationen in allen Phasen des Forschungsprozesses zu gewährleisten.

Ein Informationsaustausch über den Horizont der Verbundeinrichtungen hinaus wird einerseits durch die Einbindung externer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Forschungsgruppen, andererseits durch eine Lehrtätigkeit der Verbundmitarbeiterinnen und -mitarbeiter an Universitäten gewährleistet.