Forschungsprojekte der ersten Förderphase

Drei gemeinsame Forschungsprojekte bildeten in der ersten Förderphase (2013–2019) den Kern des Verbunds. Sie förderten die Vernetzung der drei Einrichtungen, indem sie aktuelle Fragestellungen der Text-, Bild-, Buch- und Medienwissenschaften sowie der Ideen- und Wissenschaftsgeschichte aufgriffen und mit bestandsbezogenen Forschungsperspektiven zusammenführten. Inhaltliche Konzeption, methodische Ausdifferenzierung und konkrete Umsetzung der Forschungsprojekte lagen jeweils in der Verantwortung von Forschergruppen, die sich aus wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der drei Einrichtungen sowie aus international renommierten Persönlichkeiten der scientific community zusammensetzten. Die Forschungsprojekte des Verbunds wurden durch den Aufbau einer Virtuellen Forschungsumgebung flankiert. In der zweiten Förderphase werden die Projekt und deren Ergebnisse in neuen Fallstudien teilweise weitergeführt.

Forschungsprojekt Autorenbibliotheken
Materialität – Wissensordnung – Performanz

Lektüren eines Autors – ein Blick in Goethes Privatbibliothek (© Klassik Stiftung Weimar, Foto: Jens Hauspurg)
Lektüren eines Autors – ein Blick in Goethes Privatbibliothek (© KSW, Foto: Jens Hauspurg)


Das Forschungsprojekt widmet sich den Sammlungsschwerpunkten, intellektuellen Profilbildungen und Benutzungsgeschichten von individuellen Autorenbibliotheken seit dem 16. Jahrhundert. Dabei werden Autorenbibliotheken als Räume neuen Wissens und Träger des Wandels wissenschaftlicher und poetischer Arbeitspraktiken untersucht.

Wissenschaftlicher Projektleiter: PD Dr. Stefan Höppner (Weimar)
Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen: Caroline Jessen (Marbach), Dr. Jörn Münkner (Wolfenbüttel), Dr. Susanna Brogi (Marbach), Dr. Kirsten Krumeich (Weimar), Dr. Dietrich Hakelberg; Bibliothekarinnen: Ulrike Trenkmann (Weimar), Katrin Schmidt (Wolfenbüttel)

FORSCHUNGSPROJEKT BILDPOLITIK
Das Autorenporträt als ikonische Autorisierung

Musenalmanach von 1794 (© DLA Marbach)
Musenalmanach von 1794 (© DLA Marbach)

Das Projekt führt aktuelle text- und bildwissenschaftliche Forschungsansätze zusammen, um auf der Basis der Sammlungsbestände den Leitbegriff der ‚ikonischen Autorisierung‘ zu profilieren. Untersucht werden die Funktionsmechanismen des Autorenporträts und seiner Vorläufer im literarischen Diskurs.


Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen: Dr. Sophie Borges (Weimar), Daniel Berndt (Marbach), Dr. Ellen Strittmatter (Marbach), Prof. Dr. Christian Hecht (Weimar), Lea Hagedorn (Wolfenbüttel), Dr. Henrike Haug (Wolfenbüttel), Dr. Hole Rößler; Bibiothekar: Jens Schramm (Marbach)

Forschungsprojekt Text und Rahmen
Präsentationsmodi kanonischer Werke

Text des 136. Psalms mit rahmendem Kommentar von Augustinus und Cassiodor im handkolorierten Wiegendruck, Straßburg vor 1481 (© HAB)
Text des 136. Psalms mit rahmendem Kommentar von Augustinus und Cassiodor im handkolorierten Wiegendruck, Straßburg vor 1481 (© HAB)

Die Bibel, der Faust, die Klassiker: Was macht sie eigentlich kanonisch? Das Projekt vermutet, dass die Sinnenfälligkeit eine entscheidende Rolle spielt und dass dazu sowohl die berührbare und sichtbare Materialität der Bücher gehört als auch die Präsentation in Worten, Gesten und Gesang. Die Projektgruppe macht es sich zur Aufgabe, die Kanon-Konjunkturen, ihre medialen Bedingungen und Beschränkungen zu untersuchen und damit eine Sammlungs-Kritik im aufklärerischen Sinne zu leisten.

Wissenschaftliche Projektleiterin: PD Dr. Ursula Kundert (Wolfenbüttel)
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. Philip Ajouri (Marbach), PD Dr. Carsten Rohde (Weimar); Bibliothekar: Dietmar Schönfeld (Marbach)