Pressemitteilungen

Die im Rahmen des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) gemeinsam mit dem Wissenschaftskolleg zu Berlin im Verlag C.H.Beck herausgegebene „Zeitschrift für Ideengeschichte“  hat beginnend mit der Frühjahrsausgabe 2018 einen weiteren Herausgeber: die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das neue Heft erscheint am 15. Februar und trägt den Titel „Welthistoriker – Dilettant – Burckhardt“ (ZIG, Heft XII/1).

„Der Eintritt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, des größten Museums-, Bibliotheks- und Archivkomplexes in Deutschland, in die Herausgeberschaft unserer Zeitschrift setzt ein starkes Zeichen. Geisteswissenschaftliche Forschung in diesem Land ist ein vielstimmiges und ideenreiches Gespräch. Seinen originären und originellen Ausdruck findet es in der ‚Zeitschrift für Ideengeschichte‘.“, sagt Prof. Dr. Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

Die ZIG wurde 2007 vom Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Klassik Stiftung Weimar als Forum ideengeschichtlicher Forschung und Reflexion gegründet und praktiziert eine fachübergreifende Kommunikation zwischen allen historisch denkenden und argumentierenden Geisteswissenschaften. Seit  2013 ist das Wissenschaftskolleg zu Berlin Mitherausgeber.

„Wir freuen uns, dass wir nun auch zu diesem renommierten wie erfolgreichen Heft gehören. Die SPK vereint mit ihren Archiven, Bibliotheken und Museen die unterschiedlichsten Sparten der kulturellen Überlieferung  und kann sich auf vielfältige Weise in dieses ideengeschichtliche Forum einbringen.“, sagt Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Die Hefte erscheinen seit Beginn vierteljährlich im Verlag C.H.Beck. „Das Profil der Zeitschrift steht quer, ja oft auch schräg, zu allen eingespielten Fachgrenzen und ist zugleich ganz unverwechselbar. Dass nun die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihrem Präsidenten Hermann Parzinger dem Netzwerk der vier bisherigen Herausgeberinstitutionen beitritt, unterstreicht und stärkt diese Besonderheit. Wir sind stolz darauf, als Verlag Teil eines solchen Netzwerkes sein zu dürfen.“, sagt Dr. Jonathan Beck, Verleger von C.H.Beck. 

 

Zeitschrift für Ideengeschichte
Heft XII/1 Frühjahr 2018
„Welthistoriker – Dilettant – Burckhardt“
128 Seiten
Einzelheft 14 Euro
Im Abo jährlich 4 Hefte 48 Euro

Die Familie Enzensberger findet sich auf Wunsch des Fotografen Stefan Moses regelmäßig zu einem »Familienkloß« zusammen: Die Bilder zeigen die Tradition einer berühmten Familie – oder entsteht diese familiäre Wirklichkeit erst durch die Bildpolitik? Die im Rahmen des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel entwickelte Ausstellung ›Die Familie. Ein Archiv‹ widmet sich einem besonderen Ausschnitt der Fotografiegeschichte. Darüber hinaus verfolgt sie die Spuren von familiären Erinnerungsräumen, die mit bildlichen und poetischen Mitteln entstehen, und dokumentiert so die Suche nach Unsterblichkeit.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 21. September 2017, um 19.30 Uhr spricht Peter von Matt über »Das Familiengeheimnis. Betrachtung eines jahrhundertealten Faszinosums«. Die Ausstellung wurde von der Leiterin der Museen Ellen Strittmatter kuratiert, die Ausstellungsarchitektur und -gestaltung hat das südstudio (Hannes Bierkämper, Anja Soeder und Alexander Lang) entwickelt; für die grafische Gestaltung zeichnet Clemens Hartmann verantwortlich.

»The making of the family«: In welcher Formenvielfalt innere Ordnungen von Familien sichtbar werden und wie sich diese zwischen ihrem Anspruch auf Originalität und Kanonisierung manifestieren, zeigt die Ausstellung ›Die Familie. Ein Archiv‹. Mit rund 300 Exponaten – u.a. Theodor Fontanes Familienbibel, Theodor Mommsens Testament, die Stammtafel der Familie Vesper, zahlreichen Familienporträts von Autoren wie Eduard Mörike, Erich Kästner, Marie Luise Kaschnitz, Ernst Jünger, Viktor von Weizsäcker und Georg Picht bis hin zum Versuch über die »absolute Familie« von Friedrich Kittler – nimmt sie Dichter-, Künstler- und Gelehrtenfamilien in den Blick: von den Ursprungsmythen bis zur Konstruktion von Geistesfamilien und literarischen Wahlverwandtschaften. Die Exponate der Ausstellung zeugen von dem Versuch, intellektuelle und künstlerische Traditionen zu bilden, aber auch von der Kraft der Unheilsgeschichten, von Brüchen und Zerfall.

Vom materiellen, vor allem vom geistigen Erbe – dem künstlerischen oder wissenschaftlichen Ertrag eines Menschenlebens – erzählt ›Die Familie. Ein Archiv‹, aber auch davon, wie ein Familienroman wie Die Buddenbrooks sich mit der Wirklichkeit unauflöslich verwebt. Testamente werden verfasst, Nachlässe geordnet und übertragen, Register und Stammbäume entworfen, außerdem Familienaufstellungen bildlich erprobt und für die Ewigkeit festgehalten: Wie haben sich Autorinnen und Autoren über ihre Familienbande in Bild und Text über zwei Jahrhunderte inszeniert? Und: Über welche Strategien verwandelt sich das Beziehungsgeflecht Familie in Poesie?

Familie Hesse, 1899

Ausstellung:
Die Ausstellung ›Die Familie. Ein Archiv‹ wird am 21. September 2017, um 19.30 Uhr im Humboldt-Saal (Archivgebäude) eröffnet. Der Eintritt ist frei. Sie ist vom 22. September 2017 bis 29. April 2018 im Literaturmuseum der Moderne zu sehen.

Pressekonferenz:
Die Pressekonferenz findet am 20. September um 11 Uhr statt. Um Anmeldung wird gebeten: presse@dla-marbach.de.

Katalog:
Marbacher Katalog 70 | Die Familie. Ein Archiv. Hrsg. von Ellen Strittmatter. 296 Seiten, zahlreiche farbige Abb. Fadengeh. Broschur mit tiefen Klappen. € 30,00. ISBN 978-3-944469-28-7

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel. Der Katalog wurde gefördert durch den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Freundeskreis des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

Gabriele Klunkert (Weimar) hält am Mittwoch, den 5. Juli 2017, um 18.00 Uhr im Seminarraum des Meißnerhauses der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Rahmen der internationalen Sommerschule des Forschungsverbunds MWW einen Vortrag mit dem Titel „Goethe and Schiller Archive Weimar. From the poet’s laboratory to a modern archive of literature“.

Wie entsteht ein Literaturarchiv? Wie verwahrt, erschließt und vermittelt man Nachlässe? Durch archivhistorische und -typologische Betrachtungen geht die Referentin der Frage nach, wie sich das älteste deutsche Literaturarchiv zu einem modernen dienstleistungsbewussten Archiv entwickelt. Der Vortrag lädt zu einem virtuellen Rundgang durch das Archiv ein, das Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach eigens zur Aufbewahrung und Bearbeitung der Nachlässe Goethes und Schillers von 1893 bis 1896 errichten ließ.

Dr. Gabriele Klunkert ist Museumswissenschaftlerin und arbeitet als wissenschaftliche Archivarin am Goethe- und Schiller-Archiv Weimar in der Abteilung Medienbearbeitung und -nutzung.

Die zweiwöchige Internationale Sommerschule an der Herzog August Bibliothek, die am 2. Juli 2017 beginnt und an der insgesamt 15 internationale Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wis­senschaftler teilnehmen, findet in diesem Jahr zum Thema „The New History of Archives. Early Modern Europe and Beyond“ und in englischer Sprache statt. Im Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW), der die Sommerschule veranstaltet, haben sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Herbst 2013 zusammengeschlossen, um ihre Forschungs- und Sammlungsaktivitäten zu bündeln und eine gemeinsame Forschungsinfrastruktur aufzubauen.

Der Eintritt zum Abendvortrag ist frei.

 

Vom 3. bis 5. Mai findet im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar das von der Bibliothek gemeinsam mit dem Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel ausgerichtete Kolloquium "Sammeln - Forschen - Wissen" statt. Es beleuchtet in zwei Sektionen Perspektiven der Erschließung, Erforschung und Vermittlung von Sammlungen.

Anhand einzelner Objekte und Sammlungen sollen in der Sektion "Wissen der Sammlungen" theoretische und praktische Herausforderungen der Wahrnehmung von baulichen, inhaltlichen, sozialen und historischen Dimensionen von Sammlungen für ihre Erschließung und Präsentation zur Sprache kommen. Die zweite Sektion "Forschen in Sammlungen" wird vor dem Hintergrund der Projekte des Forschungsverbunds aktuelle Ansätze aufgreifen, die zunehmend Sammlungsdynamiken, -kontexte und -praktiken in den Fokus der Forschung rücken.

Am Eröffnungsabend am Mittwoch, 3. Mai, ab 18 Uhr wird Dr. Reinhard Laube, seit Oktober 2016 Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, einführend über "Sammeln - Forschen - Wissen. Perspektiven einer Forschungsbibliothek" sprechen. Anschließend hält der Bielefelder Soziologe Prof. Dr. André Kieserling den Abendvortrag zum Thema "Mit Zetteln den Zufall zähmen. Wie dachte Niklas Luhmann?". André Kieserling ist seit 2006 Professor für Allgemeine Soziologie / Soziologische Theorie an der Universität Bielefeld. Er leitet das Projekt "Niklas Luhmann - Theorie als Passion", das als Langzeitvorhaben im Akademienprogramm (2015-2030) der wissenschaftlichen Erschließung und Edition des in Bielefeld verorteten Nachlasses von Niklas Luhmann gewidmet ist. Zentrum des Nachlasses sowie der Luhmannschen Theoriearbeit ist der ca. 90.000 Notizzettel umfassende Zettelkasten, der von besonderer Aussagekraft für die neuere Ideengeschichte ist.

Zum Tagungsprogramm

 

Prophet, Ketzer, Aufklärer, Antisemit, Nationalheld, Fürstenknecht: Wohl kaum eine Gestalt der deutschen Erinnerungskultur hat so unterschiedliche Zuschreibungen erfahren wie Martin Luther. Anlässlich des Reformationsjubiläums in diesem Jahr wirft die Herzog August Bibliothek in einer großen Sonderausstellung einen Blick auf die Kultfigur Martin Luther. Die HAB ist erfreut, die Ausstellung nun bis zum 18. Juni 2017 verlängern zu können.

Die Ausstellung "Luthermania - Ansichten einer Kultfigur" zeigt, welche Herkunft und Geschichte die verschiedenen Lutherbilder haben, dass sie geformt sind von der sozialen und politischen Lage, von kulturellen Entwicklungen und Krisen der jeweiligen Zeit. Auf 380 Quadratmetern präsentiert sie vier wesentliche kulturelle "Spielfelder", in denen sich Lutherbilder entwickelten und über lange Zeiträume wirksam waren: Luther, der Heilige - Luther, der Teufel - Luther, die Marke - Luther, der Deutsche. Die Exponate werden dabei nicht als Wege zu Luther verstanden, sondern als materielle Agenten, die die Aufgabe hatten, eine bestimmte, mit Vorannahmen, Wertzuschreibungen, Idealen und Absichten behaftete "Sichtbarkeit" herzustellen. Sie haben in ihrer Zeit und mit unterschiedlichem Erfolg "Luther" gemacht. Es werden rund 70 Exponate - illustrierte Bücher, Flugblätter, Handschriften und Objekte - präsentiert, die zum größten Teil aus den reichen Beständen der Herzog August Bibliothek stammen, die auch über die weltweit größte Sammlung an Lutherdrucken verfügt.

Die Schau in Wolfenbüttel ist die erste von insgesamt drei Ausstellungen des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW), zu dem sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Herbst 2013 zusammengeschlossen haben. Die Ausstellungen bieten nicht nur Einblicke in die teilweise noch nie öffentlich gezeigten Sammlungsbestände dieser drei großen Forschungsbibliotheken, die längst nicht nur Handschriften und Bücher bergen. Sie machen auch Ergebnisse aus den gemeinsamen Forschungsprojekten des Verbunds für eine größere Öffentlichkeit sichtbar und präsentieren deren Funde und Entdeckungen in den Archiven von Marbach, Weimar und Wolfenbüttel. Alle drei Ausstellungen wollen zeigen, in welcher Weise Forschung über die Grenzen von Institutionen und Epochen hinweg unseren gewohnten Blick auf Dinge und Zeiten in eine neue Richtung lenken kann.

 

Zur Ausstellung empfiehlt sich der Katalog „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, hrsg. von Hole Rößler, 408 Seiten mit 213 Farbabbildungen, gebunden, 39,80 Euro, ISBN: 978-3-447-10712-9.

Die Schau, die dank der Verlängerung bis zum 18. Juni 2017 in der Bibliotheca Augusta zu sehen ist, wird begleitet von einer umfassenden virtuellen Ausstellung:

Zur Ausstellung empfiehlt sich der Katalog „Luthermania – Ansichten einer Kultfigur“, hrsg. von Hole Rößler, 408 Seiten mit 213 Farbabbildungen, gebunden, 39,80 Euro, ISBN: 978-3-447-10712-9.

Die Schau, die dank der Verlängerung bis zum 18. Juni 2017 in der Bibliotheca Augusta zu sehen ist, wird begleitet von einer umfassenden virtuellen Ausstellung: www.luthermania.de.

 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr 

Eintritt: 5,-/2,-/1,- Euro
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de

 

 

Bild 1: Sogenanntes Trinkglas Martin Luthers, Stangenglas mit Spitznuppen und vergoldetem Silberstandfuß, vermutlich 16. Jahrhundert (Foto: HAB).

 

 

Bild 2: Seltener Fall überkonfessioneller Kritik: Luther und der Papst zersägen die Kirche. Unbekannter Zeichner, Feder und Pinsel in schwarz, braun, rot und grün aquarelliert, mit Gold gehöht, ca. Mitte 16. Jahrhundert (Foto: HAB).

Kontakt:

Rica Burow 

Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
presse@mww-forschung.de