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Ein Bilderserver für das DLA

Eine Architekturbeschreibung

Das Teilprojekt ›Medienserver‹ verfolgt das Ziel, Medieninhalte und im Speziellen Bilddateien im Verbund und darüber hinaus standardisiert bereitzustellen. Durch einheitliche und international verwendete Schnittstellendefinitionen lassen sich Drittsysteme wie Annotationswerkzeuge oder Viewer stabil an die angebotenen Ressourcen anbinden und stellen für Forschende unmittelbar einen Mehrwert in vertrauter Arbeitsumgebung dar.

Der Projektname kann den Eindruck erwecken, dass es sich bei der letztlichen Umsetzung um einen einzelnen Dienst an einem Standort handelt, der verbundübergreifend zur Ablage und Auslieferung arbiträrer Medienformate genutzt werden kann, was jedoch nicht der Fall ist.

Tatsächlich erfolgt die Bereitstellung der Services in den Häusern unabhängig, eine Zusammenfassung der Dienste unter einem gemeinsamen Namen ist aber ein wichtiges Ziel, das im Rahmen des Projekts verfolgt wird.

Für die Bereitstellung von Bilddateien mit zugehörigen Metadaten hat sich in den letzten zehn Jahren seit seiner Entstehung das ›International Image Interoperability Framework‹, kurz IIIF, bewährt und damit durchgesetzt. Ich möchte im Folgenden eine kurze Übersicht geben, wie in den letzten Monaten am DLA ein IIIF-kompatibler Dienst aufgebaut wurde und welche Schritte dafür nötig waren.

 

 

Es gibt mehrere Implementierungen der IIIF-Definitionen, von denen die meisten quelloffen entwickelt werden und von der Beteiligung der Community leben. Die Serversoftware, die wir gewählt haben und die einen Teil der IIIF-Spezifikation umsetzt, ist Cantaloupe .

Cantaloupe kann Bilder und deren Metadaten aus unterschiedlichen Quellen, wie dem Dateisystem oder Datenbanken, per HTTP ausliefern, modifizieren und ist dabei sehr performant. Außerdem bietet es die Möglichkeit, eigene Erweiterungen in der Sprache Ruby zu schreiben.

Für uns war es neben der eigentlichen Serverfunktionalität unabdingbar, verschiedene Bestände mit unterschiedlichen Berechtigungen ausstatten zu können. Im Rahmen eines Editionsprojektes durften geschützte Digitalisate nur einem bestimmten Webdienst verfügbar gemacht werden, wieder andere Aufnahmen dürfen nur auf dem Campus, andere hingegen weltweit und uneingeschränkt gezeigt werden. Dies lösten wir auf Infrastrukturebene und führten unter anderem eine Filterung auf IP-Adress-Ebene ein. Diese Architektur ermöglicht uns, den Dienst weiter auszubauen und eine Authentifizierungsschicht einzuziehen und geschützte Ressourcen nach Anmeldung anzeigen zu lassen.

Auch andere Teilprojekte profitieren von dieser Art der Bereitstellung, da zum Beispiel der Virtuelle Forschungsraum die eingangs erwähnten Annotationswerkzeuge in sein Angebot aufnimmt und somit projekt- und institutionsübergreifend an Beständen gemeinsam gearbeitet werden kann.


Steffen Fritz ist für den Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel als Systemadministrator für Langzeitarchivierung am Standort Marbach tätig.

 

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