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Pressemitteilungen

5. Oktober 2021

Verschwinden. Vom Umgang mit materialen & medialen Verlusten in Archiv und Bibliothek

Virtuelle Midterm-Tagung am 14. und 15. Oktober 2021

Der Umgang mit materialen und medialen Verlusten in Archiven und Bibliotheken steht im Zentrum der diesjährigen virtuellen Midterm-Tagung des Forschungsverbunds, die vom 14. bis zum 15. Oktober 2021 am Deutschen Literaturarchiv in Marbach stattfindet. Mit Vorträgen u.a. von Ryan Cordell (University of Illinois at Urbana-Champaign), Fiona McLees (Weston Library, Bodleian Libraries/University of Oxford), Thorsten Ries (University of Texas, Austin) und Klaus-Peter Möller (Theodor-Fontane-Archiv/Universität Potsdam) werden verschiedene Fragestellungen aus den (digitalen) Geisteswissenschaften diskutiert.

Der Umgang mit verlorenen, beschädigten oder nicht archivierbaren Objekten spielt eine zentrale Rolle in Literaturarchiven, Bibliotheken und Museen. Was ist nicht archivierbar? Was muss rekonstruiert werden? Wie kann die Digitalisierung den Prozess unterstützen und wo liegen die Grenzen? Auch der Anteil von so genannten Born-digitals nimmt in den Beständen von Literaturarchiven immer weiter zu. Wie können Institutionen die Speicherung und Zugänglichkeit solch digital erzeugter Objekte langfristig sichern? Die Midterm-Tagung will Fragen und Fallgeschichten aus den verschiedenen geisteswissenschaftlichen Fachrichtungen erörtern.

Die Tagung findet in deutscher und englischer Sprache statt.

Programm und Zoom-Link: https://www.mww-forschung.de/midterm-tagung.

26. Juli 2021

International Summer School ›Collection Spaces – Räume des Sammelns‹

Öffentliche Abendvorträge am 16., 18. und 23. August

Fragen nach der Bedeutung historischer ›Räume des Sammelns‹ und ihrem Einfluss auf den Gebrauch und die Überlieferung von Sammlungen stehen im Fokus der International Summer School ›Collection Spaces Räume des Sammelns‹ des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW), die in diesem Jahr in der Klassik Stiftung Weimar stattfindet. Drei öffentliche Abendvorträge beleuchten die Bedeutung der Kategorie ›Raum‹ für die Sammlungsforschung: Am Montag, 16. August, erläutert Stephan Günzel, Professor für Medientheorie an der Berliner Technischen Kunsthochschule, aktuelle Raumtheorien in der Nachfolge des kulturwissenschaftlichen ›spatial turn‹. Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig, stellt am Mittwoch, 18. August, Überlegungen zur Ordnung von Bibliotheken vor. Dem Archiv als Sammlungsraum widmet sich Heike Gfrereis, Leiterin der Museumsabteilung am Deutschen Literaturarchiv Marbach, am Montag, 23. August. Alle Vorträge beginnen um 20 Uhr.

Coronabedingt werden alle Veranstaltungen im Livestream auf YouTube übertragen: https://www.youtube.com/user/KosmosWeimar

Die öffentlichen Abendvorträge im Überblick:

  • Mo., 16.8., 20 Uhr: »Raumtheorie nach dem Spatial Turn«. Vortrag von Stephan Günzel
  • Mi., 18.8., 20 Uhr: »Oben im Bücherregal. Das Buch und sein Klima«. Vortrag von Ulrich Johannes Schneider
  • Mo., 23.8., 20 Uhr: »Das Archiv als Sammlungsraum«. Vortrag von Heike Gfrereis

Jedes Jahr richtet der Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel an einer der drei Verbundinstitutionen eine Internationale Sommerschule aus, die sich insbesondere an junge Nachwuchswissenschaftler richtet. Die Summer School ›Räume des Sammelns‹ war für 2020 geplant, wurde aufgrund der Corona-Pandemie aber auf 2021 verschoben.

1. Juli 2021 

Leonhard Christoph Sturm im Netzwerk frühneuzeitlicher Gelehrsamkeit

Virtuelles Labor erschließt Sturms intellektuelle und soziale Biografie in der res publica litteraria

Von welchen Autoren und Gedanken der Theologe und Mathematiker Leonhard Christoph Sturm sich beeinflussen ließ, was ihn prägte und mit welchen Zeitgenossen er in Kontakt stand, zeigt das neue virtuelle Labor ›Leonhard Christoph Sturm im Netzwerk der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit‹, das im Virtuellen Forschungsraum (VFR) des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel veröffentlicht wurde. Unter den Rubriken »Privatbibliothek«, »Ausleihen« und »Korrespondenz« werden die persönlichen Bücher Sturms und seine entliehenen Titel aus der herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel sowie ausgesuchte Briefkontakte präsentiert. Dazu wurden bibliographische und bibliometrische Daten mit LibReTo erschlossen. Das Open Source-Tool LibReTo (Library Reconstruction Tool) wurde an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel entwickelt und ermöglicht es, strukturierte Bestandsordnungen abzubilden. Die darin erschlossenen Daten und die sozialen Relationen, wie sie Sturms Briefe zeigen, werden mit Hilfe eines multimodalen netzwerkanalytischen Ansatz untersucht die Auswertung dauert an.

In der Projektlaufzeit werden die Datensätze angereichert und vervollständigt. Anhand von Sturms (möglicher) konsultierter Literatur, der Diskurse, in denen er sich zu Wort meldete und der Personen, mit denen er sich austauschte, sollen die Koordinaten bestimmt werden, die das intellektuelle, akademische, religiöse und soziale Profil dieses Mannes angeben.

Mit seinen Arbeiten zur Architekturtheorie gelangte Leonhard Christoph Sturm (1669–1719) im ausgehenden 17. und 18. Jahrhundert zu großem Ansehen. Acht Jahre unterrichtete der studierte Theologe und Mathematiker als Professor ›matheseos publicus‹ an der Ritterakademie Rudolph-Antoniana in Wolfenbüttel den adligen Nachwuchs, neun weitere wirkte er an der brandenburgischen Landesuniversität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Daneben kommentierte und veröffentlichte Sturm die umfangreiche Civilbaukunst (1699) von Nikolaus Goldmann und verfasste eigene Werke zur Architektur und Mathematik, später theologische Schriften.

Das Labor ›Leonhard Christoph Sturm im Netzwerk der frühneuzeitlichen Gelehrsamkeit‹ ist über folgenden Link zugänglich:

https://vfr.mww-forschung.de/web/leonhard-christoph-sturm

2. Oktober 2020

MWW präsentiert neue Website

Der Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) stellt sich ab sofort mit einer neuen Webseite vor: Der Internetauftritt www.mww-forschung.de ist komplett überarbeitet worden und bietet mit einer übersichtlichen Struktur Einblicke in das weite Spektrum des Verbunds.

Auf der neu erarbeiteten Webseite finden sich Informationen rund um den Verbund, dessen diverse Forschungsaktivtäten und die Projekte aus dem Bereich der Digital Humanities. Darüber hinaus wird der wissenschaftliche Nachwuchs gezielt angesprochen und über die Fördermöglichkeiten in Form von Fellowships, Forschungshospitanzen und der Internationalen Sommerschule informiert. Die im Verbund angesiedelten Publikationsorgane Zeitschrift für Ideengeschichte (ZIG) und das Open-Access-Journal Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG) werden zentral dargestellt. Zusätzlich wurde ein Weblog reaktiviert, der einen vertieften Einblick in die Forschung des Verbunds bietet.

1. September 2020

„Den Wandel der germanistischen Lehre ernst nehmen“

Konsenspapier zur digitalen Lehre in der Germanistik veröffentlicht

Nach der raschen Umstellung auf digitale Lehre während des Corona-Semesters 2020 veröffentlichten Germanistinnen und Germanisten jetzt ein Konsenspapier mit acht Anforderungen und Empfehlungen für die zukünftige Lehre in der Germanistik.

Neben der praktischen Umsetzung und der Nutzung von digitalen Tools empfehlen die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, den Wandel der germanistischen Lehre ernst zu nehmen und eine Verbindung von präsenter und digitaler Lehr-/Lernphasen und -elementen. Dafür ist der Open-Access-Zugriff auf Medien und Open Educational Resources erforderlich. Der Appell richtet sich an alle Tätigen in der germanistischen Lehre sowie an (hochschul-)politische Entscheidungsträgerinnen und -träger und soll Grundlage für künftige Diskussionen der digitalen Lehre in der Germanistik werden.

Hervorgegangen ist das Konsenspapier aus der virtuellen Konferenz ‚Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik‘, die am 25. und 26. August 2020 stattgefunden hat. An der zweitägigen digitalen Konferenz, bei der Erfah-rungen, Herausforderungen und Perspektiven der digitalen Lehre thematisiert wurden, haben rund 200 Germanistinnen und Germanisten teilgenommen.

 

Kontakt:

Rica Burow 

Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
presse@mww-forschung.de