Volkstanz und Safari – Überlegungen zu Hans Grimms Fotografien aus Südwestafrika

Von Daniel Berndt

Der Nexus zwischen Kolonialliteratur und Fotografie ist bis heute weitestgehend unerforscht. Anhand von Fotos aus dem Nachlass von Hans Grimm, welche in der ehemaligen deutschen Kolonie Südwestafrika entstanden sind, äußert Daniel Berndt einige Überlegungen dazu.

Hans Grimm, 1932 (Foto: Robert Frei)

Ob man sie als Träger von historischen Fakten anerkennen will oder nicht,[1] die Fotografie führt uns zumindest vor Augen, dass die Wahrnehmung der Gegenwart in Relation zur Vergangenheit gedacht werden sollte.[2] Fotografien beeinflussen demnach nicht nur maßgeblich unser Denken und Sehen, sondern ebenso wie und an was wir uns erinnern, bzw. was für ein Bild wir uns von der Geschichte machen. In diesem Sinn wird die Fotografie auch von Schriftstellern und Schriftstellerinnen als Erinnerungsstütze und Inspirationsquelle für die Produktion ihrer literarischen Werke genutzt. So zum Beispiel von Hans Grimm (1875-1959), Autor von Volk ohne Raum (1926), ein Buch, das Kurt Tucholsky zwei Jahre nach seinem Erscheinen als „Bibel des Deutschtums” und als „protestantische Provinziallyrik mit Hummelsgesumm und Waldesrauschen“[3] verriss, was aber dennoch eines der meistverkauften Romane in der Weimarer Republik war und dessen Titel später zum Schlagwort der nationalsozialistischen Expansionspolitik avancierte.

 

Schaufenstergestaltung der Rückert-Buchhandlung in Schweinfurt, 1930er Jahre

 

Grimms umfangreicher schriftlicher Nachlass, der sich heute in der Sammlung des Deutschen Literaturarchivs Marbach befindet, enthält zahlreiche Fotografien: darunter professionelle Studioporträts, Familienfotos, Bilder der Lippoldsberger Dichtertreffen (ein von Grimm jährlich organisiertes Stelldichein der prominentesten Vertreter der sogenannten Blut- und Bodenliteratur)[4] sowie ein Konvolut von Fotografien, die in den Jahren zwischen 1897 und 1928 in Afrika entstanden, konkret in Südafrika und in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia. Unter diesen befinden sich u.a. Bilder afrikanischer Diamantenwäscher, Minen- und Landarbeiter, Portraits deutscher Unternehmer, wie den Brüdern Albert und Gustav Voigt, von denen letzterer Bürgermeister der heutigen namibischen Hauptstadt Windhoek gewesen ist; Schnappschüsse von deutschen Kindern, die unter Palmen einen deutschen „Volkstanz“ tanzen; Bilder von Grimm auf Safaris, auf denen er stolz das von ihm erlegte Wild präsentiert, sowie Aufnahmen des Missionars und Anthropologen Heinrich Vedder, die ihn im Kreis von Einheimischen zeigen.

 

"Volkstanz" in Südwestafrika, 1920er Jahre

 

Heinrich Vedder mit Einheimischen vor einer Schule bei Tsumeb, um 1910

 

Diese Fotografien sind interessant, weil sie Aufschlüsse geben, einerseits über Grimms Biografie und andererseits über seine Werke wie Volk ohne Raum, Das deutsche Südwester-Buch (1929) und Lüderitzland: Sieben Begebenheiten (1932), in denen Deutsch-Südwestafrika eine zentrale Rolle spielt. Darüber hinaus eröffnen sie einen Blick auf die Relation zwischen bildlicher Repräsentation, Geschichte, Literatur sowie politischer Ideologie und sind somit auch wertvolle Zeugnisse der deutschen Kolonialvergangenheit.

Obwohl die deutsche Kolonialherrschaft über Südwestafrika nur relativ kurz währte – bereits 30 Jahre nach der Inbesitznahme 1894 musste das Deutsche Reich nach dem Ersten Weltkrieg seine Kolonien abtreten –, war sie doch von äußerster Brutalität geprägt. Als sich die einheimischen Volksstämme der Herero und Nama 1904 gegen die Besetzer erhoben, griffen die kaiserlichen Schutztruppen mit aller Gewalt durch. Den ersten Aufstand der Herero entgegnete der führende General von Trotha mit einem Vernichtungsbefehl, infolgedessen das deutsche Militär die Angehörigen des Stammes in die Omaheke-Wüste jagte und sie anschließend von den wenigen Wasserquellen in dem Gebiet abschirmte. Die Vertriebenen verdursteten zu Tausenden – ein Vorgehen, das als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts in die Geschichte einging.[5] Als die Nama kurz danach einen Guerillakrieg gegen die Deutschen begannen, wurden die meisten von ihnen in Folge der Kämpfe in Konzentrationslager interniert, in denen die Hälfte der Insassen ums Leben kam.

Grimm befand sich zu dieser Zeit nicht in Südwestafrika. Nach einem abgebrochenen Literaturstudium in Lausanne und einer kaufmännischen Ausbildung in London, zog er zunächst nach Südafrika, damals unter britischer Besetzung, wo er bis 1908 in Port Elizabeth und East London lebte. Nach einem Aufenthalt in Deutschland reiste er erst 1910 im Auftrag der Berliner Zeitung Tägliche Rundschau in die deutsche Kolonie, aus der er für einige Monate über das beschwerliche Leben der deutschen Siedler, die dortige Flora und Fauna sowie über die neu entdeckten Diamantenfelder berichtete. Die Konzentrationslager, der Genozid an den Herero und die darauf folgende „Friedhofsruhe“, die in der Kolonie bis 1915 vorherrschte[6], klammerte er in den Zeitungsberichten ebenso wie in seinen späteren literarischen Werken jedoch weitestgehend aus. In seinen Erzählungen und Novellen findet sich keine Spur von Kritik an der Gewalt gegenüber der einheimischen Bevölkerung.[7] Im Gegenteil sind sie von einem beständigen Insistieren auf der Notwendigkeit deutscher Kolonien und der Erschließung neuen Raums bestimmt, um einer „Sklavennot der Enge“ zu entkommen. Denn die Deutschen wären, so Grimm, „ein tüchtiges, gutes und freundliches Volk untereinander und aller Welt zum Wohle, wenn wir genug Platz und Atemraum hätten wie die anderen.“[8]

Zur Zeit der Weimarer Republik lieferten Grimms Erzählungen durch die Reproduktion von rassistischen Stereotypen und exotischen Klischees[9] sowie durch die Betonung der Opposition zwischen Fremdem und Eigenem eine Projektionsfläche, die dazu diente, in Abgrenzung vom Fremden ein Bild des genuin Eigenen zu entwerfen. Seine mit Abenteuerromantik gepaarten, pathetischen Schilderungen davon, wie ‚primitive’ Einheimische von den Deutschen ‚zivilisiert’ werden, sollten dem durch die Niederlage im Ersten Weltkrieg verletzten Nationalstolz seiner Leserschaft schmeicheln und kamen somit einem neu entfachtem Bedürfnis nach kollektiver Selbstfindung entgegen.

Es war dieses meinungsbildende Potential der Texte Grimms, das die Nationalsozialisten für sich einzusetzen wussten. Obwohl ihre Lebensraumpolitik von derjenigen, die Grimm propagierte, abwich, da sie weniger am Erwerb neuen „Raums“ in Übersee interessiert als bestrebt waren, das deutsche Siedlungsgebiet in Richtung Osteuropa auszuweiten, machten sie Volk ohne Raum zu einem „Parteibuch“[10] und Grimm 1933 zum Mitglied des Präsidialrats der Reichsschrifttumskammer.[11] Der „Mythos Deutsch-Südwest“ und die damit einhergehende Heroisierung des deutschen Militärs trug nicht unwesentlich dazu bei, die Verbreitung ihrer eigenen, von kriegerischen Manövern geprägten Ideologie der deutschen Herrenrasse zu befördern.

Im Dritten Reich wurde Volk ohne Raum – bzw. ein Auszug daraus mit dem Titel Der Zug des Hauptmanns von Erckert – zur Pflichtlektüre in deutschen Schulen und war offenbar auch noch nach dem 2. Weltkrieg mancherorts Lehrstoff. Davon zeugt zumindest eine im Nachlass von Grimm überlieferte Kinderzeichnung, die 1955, immerhin zwei Jahre nachdem Grimm für die Bundestagswahlen auf der Liste der rechtsextremen Deutschen Reichspartei kandidierte, in einer Schule in Hamburg-Schnelsen entstanden ist. Unter der Überschrift „Wie ich mir den Dichter Hans Grimm vorstelle“, zeigt sie Grimm mit dem für sein Erscheinungsbild charakteristischen Seitenscheitel und Schnurrbart sowie der obligatorischen Nickelbrille und Fliege.

 

Zeichnung eines Hamburger Schülers, 1955

 

Tatsächlich ist Grimm auch auf Fotos, seien sie für offizielle Zwecke oder im privaten Kontext entstanden, nur sehr selten ohne Fliege oder Krawatte zu sehen. Selbst auf den Fotos, die ihn während seiner Aufenthalte in Südwestafrika zeigen, ist er stets adrett gekleidet.

 

Hans Grimm auf Safari in Südwestafrika, 1920er Jahre

 

Die meisten dieser Aufnahmen sind Ende der 1920er entstanden, also nachdem Grimm dort als Berichterstatter tätig war und sich in Deutschland als Bestsellerautor etabliert hatte. Sie zeigen Grimm überwiegend als Privatperson, zum Teil aber auch in Situationen, in denen er sich als Autor in Bezug auf sein literarisches Werk inszenierte. So zum Beispiel auf einem Bild, das ihn vor der Grabsäule Friedrich von Erckerts zeigt – dem Gardeoffizier und Hauptmann, der die deutsche Schutztruppe im Kampf gegen die Nama 1908 mit Kamelen ausgestattet hatte und den Grimm in Volk ohne Raum bzw. in Der Zug des Hauptmanns von Erckert würdigte.

In weißem Hemd und Krawatte posiert Grimm vor dem mit Maschendraht umzäunten Denkmal und blickt – dieser Eindruck wird durch seine Hochbundhose und die Hosenträger noch akzentuiert – etwas unbeholfen hinunter in die Kamera. Sein geneigter Blick lässt vermuten, dass der Fotograf oder die Fotografin am Boden vor ihm kniete: Wir blicken jedenfalls zwangsläufig zu ihm auf. Grimm erscheint auf dem Foto als eine Art „Pilger“, der einer zentralen Figur der deutschen Kolonialgeschichte Tribut zollt. Zudem macht die Aufnahme augenscheinlich, wie Grimm sich in Korrelation mit seinem Text über Erckert mit dem Hauptmann identifiziert. Indem er seine Anwesenheit in Südwestafrika bildlich beglaubigt, macht er gleichzeitig retrospektiv seine eigene Position zu der Vergangenheit explizit. Er stellt seinen persönlichen Einsatz für die deutsche Kolonie mit dem seines Helden in Verbindung. In der Fotografie treffen somit die Gegenwart Grimms und sein Blick auf die Geschichte, das Andenken an Erckert und die Kolonialgeschichte an die Nachwelt gerichtet aufeinander.

 

Hans Grimm vor dem Grabmal von Friedrich von Erckert, 1920er Jahre

 

Abgesehen von weiteren Portraits und Schnappschüssen, die Grimm während seiner Besuche Ende der 1920er Jahre bei deutschen Farmern und auf Safari zeigen, befinden sich in dem Südwestafrikakonvolut seines fotografischen Nachlasses eine ganze Reihe von Landschaftsaufnahmen und ethnografischen Fotografien früheren Datums. Grimm sammelte und nutzte diese Fotos als Inspirationsquelle, betrachtete sie aber auch als historische Dokumente. Ging es ihm etwa bei Volk ohne Raum nicht zuletzt um ein gezieltes „Einebnen der Grenzen zwischen Fiktionalität und empirisch nachprüfbaren Fakten“[12], indem er Augenzeugenberichte und Statistiken in seine Erzählung verwob, um seinem Roman die „Aura eines glaubhaften, historisch-politischen Zeugnisses“[13] zu verleihen, ist es naheliegend, dass er auch Fotografien aufgrund ihres Realismuseffekts eine dokumentarische Valenz zusprach und sie dementsprechend einsetzte. Das wird vor allem aus der Tatsache evident, dass ein Großteil der Bilder aus Südwestafrika in seinem Nachlass durch einen schriftlichen Vermerk verschiedenen seiner literarischen Werke zugeordnet ist. Zudem war, basierend auf diese Zuordnung, wohl auch eine Ausstellung geplant, die dem Zustand der Bilder nach zu urteilen – sie sind als Originalabzüge nach wie vor provisorisch in Briefumschläge verpackt – nie realisiert wurde.

 

Rückseite einer Fotografie von Einheimischen, um 1910

 

Diamantenwäscher in Südwestafrika, 1920er Jahre

 

Hans Grimm mit der Familie Gutsche und einem einheimischen Jungen, 1928

 

Obwohl Grimm seine literarischen Werke über Südwestafrika nicht mit Fotografien illustrierte, lässt sich anhand der Bilder in seinem Nachlass vor allem die Arbeitsweise des Autors in Hinblick darauf untersuchen, inwieweit ein Nexus zwischen den Fotografien und seinen Texten besteht. Grundsätzlich verlangen die Fotografien aufgrund der Perspektive, die sie auf die Einheimischen werfen – jene werden darauf vornehmlich entweder als „primitive Buschmenschen“, unter weißer Aufsicht arbeitende Schwarze oder wie der kleine Junge auf einem Foto, das Grimm mit der Familie Gutsche vor einem Auto stehend zeigt, als Randfiguren im eigenen Land dargestellt –, nach einer repräsentationskritischen Handhabung, um ihrer vielschichtigen Bedeutung gerecht zu werden. Und das nicht zuletzt in Hinblick auf die Institution, in dessen Sammlung sie sich heute befinden.[14] Durch den Übergang der Fotografien aus privatem Besitz in ein öffentliches Archiv hat sich ihr Status gewandelt: Ursprünglich als „Notizen“, persönliche Memorabilien und Arbeitsmaterial dienend, sind sie nun zur allgemeinen Konsultation der Öffentlichkeit zugängliche Dokumente. Das heißt, sie sind nicht nur Belege für die Tätigkeit des wohl prominentesten „völkisch-nationalen“ Schriftstellers in der finstersten Periode deutscher (Literatur-)Geschichte. Als Teil einer geschichtsträchtigen wie geschichtsbildenden Sammlung stellen Grimms Fotografien aus Südwestafrika zudem die Entwicklungen heraus, die an der Schnittstelle zwischen Imperialismus und Nationalsozialismus zu ihrer Entstehung führten.[15]

In diesem Zusammenhang werfen sie schließlich Fragestellungen auf, die über Grimm und die Rezeption seiner Werke hinausgehen. So in etwa bezüglich des Einflusses, welche die Fotografie allgemein auf (post-)koloniale Literatur und einer damit einhergehenden Reproduktion rassistischer Stereotypen sowie der Legitimation des Imperialismus hatte. Inwieweit ergänzen sich fotografischer Blick und literarische Imagination, um ideologisch geprägte Bilder zu erzeugen? Und wie können solche Fotografien heute gezeigt und in einer Weise (re-)kontextualisiert werden, um die darin evidente hegemoniale Ordnung nicht zu festigen, sondern vielmehr aufzubrechen?

Anmerkungen

[1] Fotografien wird in Hinblick auf deren Status als historische Dokumente oftmals zu viel oder zu wenig zugetraut, so erörtert George Didi-Huberman in seinem Buch Bilder trotz allem anhand von vier Fotos, die Insassen des Vernichtungslagers Auschwitz dort gemacht haben. Entweder man verlangt die „ganze Wahrheit“ von ihnen und wird enttäuscht, da sie aufgrund ihrer fragmentarischen Wiedergabe der „Realität“ letztlich „unangemessen“ sind, dass, das was wir sehen, immer noch weniger im Vergleich zu dem ist, was wir wissen. Oder man rechnet sie „der Sphäre des Simulakrums“ zu und schließt sie damit aus dem Bereich des Historischen aus. Vgl. Didi-Huberman, Georges Bilder trotz allem, München: Wilhelm Fink 2007, S. 57.

[2] Vgl. Cadava, Eduardo Words of Light. Theses on the Photography of History, Princton/ New Jersey: Princton University Press 1997, S. 92.

[3] Tucholsky, Kurt „Grimms Märchen“, in: ders. Gesammelte Werke, Band II, hrsg. v. Gerold-Tucholsky, Mary und Raddatz, Fritz J., Reinbeck: Rowohlt 1960, S. 1217-1224, hier S. 1217.

[4] Grimm veranstaltete die Treffen von 1934 an bis zum Kriegsbeginn jährlich in seinem Haus. Sie fanden dann ab 1949 regelmäßig, auch noch nach Grimms Tod, bis in die 1980er Jahre statt.

[5] Bereits in dem von der UN-Menschenrechtskommission in Auftrag gegebenen Whitaker-Report, 1985 veröffentlicht, wurde das Massaker an den Herero explizit als Beispiel für Völkermord genannt. Die deutsche Regierung bekannte sich jedoch erst 2015 offiziell zu  dem Vernichtungskrieg „als Kriegsverbrechen und Völkermord“.

[6] Vgl. Drechsler, Horst Südwestafrika unter deutscher Kolonialherrschaft. Der Kampf der Herero und Nama gegen den deutschen Imperialismus (1884-1915), Berlin: Akademie-Verlag 1966, S. 16 und 18. Laut einer Volkszählung von 1911 überlebten von ursprünglich etwa 80.000 Herero nur 15.130 den Kolonialkrieg, von etwa 20.000 Nama nur 9.781.

[7] Vgl. Parr, Rolf „Nach Gustav Frenssens Peter Moor. Kolonialisten, Herero und deutsche Schutztruppen bei Hans Grimm und Uwe Timm“, in: Miller, Norbert und Sartorius, Joachim (Hg.) Sprache im technischen Zeitalter (Hic sunt leones. Der deutsche Kolonialismus in Südwestafrika in der Literatur), Heft 168, Dezember 2003, S. 395-414, hier S. 406. Siehe dazu auch: Brehl, Medardus Vernichtung der Herero. Diskurse der Gewalt in der deutschen Kolonialliteratur, Paderborn: Fink 2007, S. 135.

[8] Grimm, Hans „Über mich selbst“, in: ders. Über mich selbst und über meine Arbeit, Lippoldsberg: Klosterberg-Verlag 1975, S. 43.

[9] Vgl. hierzu Gümbel, Annette Volk ohne Raum. Der Schriftsteller Hans Grimm zwischen national-konservativem Denken und völkischer Ideologie, Darmstadt: Historische Kommission für Hessen, S. 42-56.

[10] Grimm, Hans „Worte zu „Volk ohne Raum““, in: ders. Über mich selbst und über meine Arbeit, Lippoldsberg: Klosterberg-Verlag 1975, S. 65.

[11] Allerdings wurde Grimm bereits 1935 aufgrund von politischen Differenzen wieder aus seiner Mitgliedschaft entlassen. Siehe hierzu: Vordermayer, Thomas Bildungsbürgertum und völkischer Ideologie. Konstitution und gesellschaftliche Tiefenwirkung eines Netzwerks völkischer Autoren (1919-1959), Berlin/Bosten: De Gruyter 2016, S. 320-327.

[12] Vordermayer, Thomas Bildungsbürgertum und völkischer Ideologie. Konstitution und gesellschaftliche Tiefenwirkung eines Netzwerks völkischer Autoren (1919-1959), Berlin/Bosten: De Gruyter 2016, S. 133., Vgl. auch Grimm, Hans Zum Erckertzug, in: ders. Über mich selbst und über meine Arbeit, Lippoldsberg: Klosterberg-Verlag 1975, S. 77 f.

[13] Ebd.

[14] Konkret zu dem Verhältnis zwischen Archiv bzw. musealer Sammlung und kolonialer Fotografie siehe etwa: Edwards, Elizabeth und Morton, Christopher „Introduction“, in: dies. (Hg.): Photography, Anthropology and History. Expanding the Frame, Farnham: Burlington 2009, S. 1-24.

[15] Vgl. Von Bismarck, Beatrice „Fotografie, Agentenschaft und kuratorische Begegnung. Herausforderungen des ethnologischen Archivs”, in: Berndt, Daniel; Bialek, Yvonne und Von Flemming, Victoria (Hg.) (Post-)Fotografisches Archivieren. Wandel, Macht, Geschichte, Marburg: Jonas Verlag 2016, S. 55-66, hier: S. 64.

 

Daniel Berndt ist seit 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt Bildpolitik: Das Autorenporträt als ikonische Autorisierung am Standort Marbach.