3D-Modelle als Werkzeug für die Geisteswissenschaften

Swantje Dogunke
Ein Schritt auf dem Weg zum 3D-Scan.

 

Digitale 3D-Modelle können für die Präsentation von Ergebnissen aus den Projekten des Forschungsverbunds MWW nützlich sein. So kann die digitale Visualisierung von Goethes Bibliothek seine Wissensordnung deutlich vor Augen führen oder eine virtuelle Ausstellung aller Goethe-Büsten einen direkten und damit besseren Vergleich bieten.

Zum Test für zukünftige Nutzungen haben wir eine Skulptur aus dem Innenhof des Weimarer Stadtschlosses ausgewählt.

Hier ein kleiner Überblick der Arbeitsschritte:

Schritt 1: Fotoarbeiten

Wir fotografieren die Figur von jeder Seite aus verschiedenen Winkeln. Etwa 60 Aufnahmen sind ausreichend.

Tipp: Bei Außenaufnahmen auf gleichmäßige Beleuchtung achten. Ein bewölkter Tag ist bestens geeignet.

 

 

 

Die Forschungshospitanten Kemal Baran (auf der Leiter) und Alexander Mortimore fotografieren die Figur aus unterschiedlichen Ansichten.

 

Schritt 2: Auswahl der geeigneten Software

Unsere Entscheidungskriterien waren Preis, Bedienbarkeit, Exportmöglichkeiten und eine vorzeigbare Qualität des Ergebnisses. Sicherlich existieren auch Freeware-Alternativen, die jedoch aufgrund ihrer Lizenz- und Urheberrechtsrichtlinien ausschieden. Einen Vergleich der Software fanden wir hier: en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_photogrammetry_software

Schritt 3: Erstellen des Modells

a)    Zunächst fertigt die Software eine point cloud  an, in der sie alle Kamerapositionen feststellt, eine dense cloud  verfeinert im nächsten Schritt das Ergebnis.

b)   Aus den beiden vorherigen Berechnungen kann nun mittels tausenden von Dreiecken ein Modell erstellt werden.

c)    Die Oberfläche des Modells erhält schließlich mithilfe der Fotos eine Textur.

 

Tipp: Der Acrobat Reader kann ein 3D-Modell anzeigen, in dem man auch navigieren kann. Hier kann die Datei heruntergeladen werden.

Wer mehr Informationen haben möchte, wende sich direkt an mich.

 

 

 

 

Der fertige 3D-Scan.

Swantje Dogunke arbeitet im Projekt Digitale Forschungsinfrastruktur und erforscht den Aufbau eines virtuellen Forschungsraums.