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Jeanne d’Arc, Faust und 68er-Bewegung

Ursula Kundert im Gespräch mit Stephanie Wodianka

In der Moderne kann fast „alles zum Mythos werden“, behauptet das „Metzler Lexikon moderner Mythen“, das eine Auswahl von Personen, Figuren und Ereignisse analysiert, die in der Zeit vom 19. Jahrhundert bis heute mythische Qualität erreicht haben. Aber wie und wo können sich solche neuen Mythen nachhaltig durchsetzen, sich gegenüber bereits kanonisierten, zum Teil jahrtausendealten behaupten, sich sogar aus ihnen nähren oder, im Gegenteil, alte Sinnstiftungen löschen?

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Lexikon-Herausgeberin Stephanie Wodianka. Foto: Anne-Katrin Hapke

Ruhm – Vom Wandern einer Idee durch die Moderne

Ursula Kundert im Gespräch mit Dirk Werle

"Ruhm und Moderne. Eine Ideengeschichte (1750-1930)" heißt das Buch, das der Literaturwissenschaftler Dirk Werle im vergangenen Jahr veröffentlicht hat. Ursula Kundert hat den Autor getroffen und mit ihm über sein neuestes Werk gesprochen. Ein Interview zum Anhören.

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Der Literaturwissenschaflter Dirk Werle. © Leonhard Herrmann

Handschriftliche Vielfalt im Griff der spitzen Klammern

Von Hanne Grießmann

Es ist eine Herausforderung – aber sie lohnt sich: Im Rahmen des Forschungsprojekts „Text und Rahmen“ werden mittelalterliche und frühneuzeitliche Psalmenhandschriften und -drucke durch die Kodierung nach TEI-Richtlinien maschinenlesbar gemacht. Auf dieser digitalen Grundlage können die erfassten Texte mit Hilfe von Computern analysiert und über Fachgrenzen hinweg genutzt werden. Ein Werkstattbericht.

 

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Der zweisprachige Psalter Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 81.10 Aug. 2° ist eine der spätmittelalterlichen Handschriften, die im Projekt "Mediengeschichte der Psalmen" nach TEI-Richtlinien kodiert werden.

MWW goes Shanghai

Von Carsten Rohde

Ende August fand in Shanghai der XIII. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) statt. Eine Woche lang diskutierten Wissenschaftler aus aller Welt in der asiatischen Megacity über deutsche Sprache und Literatur. Mit dabei: der Forschungsverbund MWW.

 

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Unübersehbar: Das Plakat zum XIII. Kongress der IVG auf dem Campus der Tongji-Universität in Shanghai (© Carsten Rohde)

Keine Randbemerkung. Nirgends – Petrarcas Psalmen ringen um Anerkennung

Von Ursula Kundert

Die biblischen Psalmen sind wohl dasjenige Werk, das am häufigsten abgeschrieben, gedruckt, zitiert, kommentiert, übersetzt, bearbeitet und nachgeahmt wurde. All dies geschieht im Mittelalter in eigenen Texten, aber auch sehr häufig zwischen den Zeilen und auf dem Rand. Dies und mehr...

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Francesco Petrarca, Psalmi penitentionales, Marcus Brandis, Leipzig ca. 1485. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, S 378. 8° Helmst., o. S.

Vom Zeitungsgerücht zum Kartenspiel: "Faust" intermedial

Carsten Rohde

Goethes Faust erschien zuerst im Medium des Imaginären – im Gerücht. In den Jahren 1777/78 tauchten in verschiedenen Zeitschriften in Deutschland Meldungen auf, sowohl Lessing als auch Goethe schrieben an einer Dichtung über jenen spätmittelalterlichen ‚Erz-Zauberer‘ und ‚Schwarzkünstler‘,...

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»Doktor Faust«, Theaterzettel einer Aufführung aus dem Jahre 1811, ohne Ortsangabe © Klassik Stiftung Weimar / HAAB

Feuerspeiende Drachen auf Schaumstoffkeilkissen – Vom Umgang mit einem Psalter

Friederike Wolpert

Im Lesesaal der Bibliotheca Augusta – dem Hauptbibliotheksgebäude der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel – wird mit den handschriftlichen Beständen der Forschungsbibliothek gearbeitet. Ich habe mir Cod. Guelf. 1147 Helmst., ein Psalterium und Gebetbuch aus dem 15. Jahrhundert,...

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Ein Ausschnitt mit Drache und Initiale aus Cod. Guelf. 1147 Helmst., einem Psalter aus dem 15. Jahrhundert.

„konkurrieren sie hiemit ?“ - Ein Verlegerwettstreit um 1900

Philip Ajouri

Lange Jahre galt Goethes Romanfragment Wilhelm Meisters theatralische Sendung (entstanden 1777-1785) als verloren. Gefunden wurde es im Dezember 1909 in Zürich, nachdem ein Schüler im Unterricht seinem Lehrer ein Manuskript mit der Frage gezeigt hatte, ob das wohl etwas von Bedeutung sei....

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Welche Rolle spielen rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen bei der Herausgabe von Klassikern um 1900? Im Archiv des Insel Verlags findet sich ein Telegramm, das beispielhaft davon Zeugnis ablegt. Es zeigt, mit welchem Einsatz damals um das Recht g
Welche Rolle spielen rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen bei der Herausgabe von Klassikern um 1900? Im Archiv des Insel Verlags findet sich ein Telegramm, das beispielhaft davon Zeugnis ablegt. Es zeigt, mit welchem Einsatz damals um das Recht gekämpft wurde, einen Goethe-Text erstmals publizieren zu können. (Telegramm von Adolf Kaegi an Anton Kippenberg, 17.3.1910, Deutsches Literaturarchiv Marbach, A:Insel).

Die Hündin lechzt und der Hirsch röhrt - Wie Bilder das Verständnis von Psalmen beeinflussen

Ursula Kundert

In der praktischen Übersetzungsarbeit ist die Brücke zwischen Vorlagentreue und zeitgemäßer Sprache nicht immer leicht zu schlagen. Vorlagentreue bedeutet gerade bei den poetischen Büchern der Bibel, wie den Psalmen, eben auch, die formale Gestaltung, das Lyrische, auszudrücken. Der...

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Veranstaltungsplakat zum Konzert vom 24. Oktober 2011 des Kammerchors Nordhessen mit Vertonungen des Psalmverses 42,2 nach Luther und englischen Übersetzungen am 9. Juli 2014.