Ausschreibung Veranstaltungsförderung: „Die Aufklärung: Entstehung, Wirkung, Kritik“

Gemeinsam mit der Dr. phil. Fritz Wiedemann-Stiftung schreibt der Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel die Förderung eines internationalen Workshops aus dem Themenbereich "Die Aufklärung: Entstehung, Wirkung, Kritik" aus. Bis zum 31. Mai können Postdoktorandinnen und Postdoktoranden, die einer deutschen Universität oder außeruniversitären Forschungseinrichtung (auch im Ausland) angehören, eine Summe von maximal 10.000 Euro beantragen, um damit eine internationale wissenschaftliche Veranstaltung an einem der Standorte der Verbundeinrichtungen auszurichten.

Die drei im Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel zusammengeschlossenen Einrichtungen verfügen in ihren Archiven, Bibliotheken und Museen über umfangreiche Bestände zur deutschen und darüber hinaus auch zur europäischen Literatur-, Kultur- und Ideengeschichte, die vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart reichen. Das Profil des Verbunds ist unter diesen Voraussetzungen insbesondere auf die Erforschung langfristiger Transformationen von Kultur und Wissen ausgerichtet.

Innerhalb der europäischen Geschichte stellt die Aufklärung in ihren vielfältigen Erscheinungsformen und ihrer langfristigen, bis heute anhaltenden Wirkung eines der bedeutendsten und folgenreichsten Phänomene dar. Diese Wirkung speist sich nicht zuletzt aus der doppelten Bedeutung von "Aufklärung", die nicht nur als Epochenbezeichnung für die Zeit von etwa 1680 bis zum Ende der Französischen Revolution verwendet wird, sondern darüber hinaus auch einen Reflexionsbegriff darstellt, der, auch wenn er im Lauf der Geschichte immer wieder in unterschiedlichen Weisen in Frage gestellt wurde, noch für unser gegenwärtiges Selbstverständnis Gültigkeit beansprucht.

Im Rahmen der geförderten Tagung sollen innovative Ideen zum Verständnis der Aufklärung, ihrer Entstehungs- und Wirkungsgeschichte aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zur Diskussion gestellt werden. Dies können Fragestellungen zur Formation wie zu Gegenströmungen der Aufklärungsbewegung sein, wobei sich die Aufmerksamkeit sowohl auf einzelne Personen wie auf Netzwerke richten kann. Auch die vielfältigen späteren Auseinandersetzungen bilden zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Entwicklung neuer Perspektiven: So bleibt die Aufklärung ab dem 19. Jahrhundert in unterschiedlicher Weise eine Folie für die Reflexion der eigenen historischen Gegenwart, sei es als Vorgeschichte nachfolgender politischer Ereignisse von der Französischen Revolution bis zu den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts, sei es als anhaltender positiver ideeller Bezugspunkt. Thematische Vorschläge können sich daher sowohl epochenspezifischen wie zeitlich übergreifenden Fragestellungen widmen.

Die genannten Aspekte reflektieren sich in den reichhaltigen Beständen der drei Verbundeinrichtungen - von Buch- und Zeitschriftenausgaben aus dem 18. Jahrhundert über Flugschriften der Französischen Revolution bis zu Dokumenten der beginnenden Restauration, von den Klassikern über Nietzsche bis zu den intellektuellen Gründungsvätern der Bundesrepublik, für die das Erbe der Aufklärung zum ambivalenten Erbe zählte. Der inhaltliche Fokus der beantragten Tagung soll so gewählt werden, dass sich ein relevanter Bezug zu den Beständen der Verbundeinrichtungen ergibt.

Antragstellung:

Antragsberechtigt sind Postdoktorandinnen und Postdoktoranden aus dem gesamten Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften, die einer deutschen Universität oder außeruniversitären Forschungseinrichtung (auch im Ausland) angehören. Die geförderte Veranstaltung findet je nach thematischem Bezug am Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Klassik Stiftung Weimar oder der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel statt und muss bis spätestens Ende Mai 2018 abgehalten werden. Der Forschungsverbund MWW und die Dr. phil. Fritz Wiedemann-Stiftung unterstützen die Durchführung der Veranstaltung mit einer Summe von maximal 10.000,- Euro sowie mit konzeptueller und organisatorischer Betreuung.

Folgende Antragsunterlagen sind erforderlich:

- Bewerbungsformular

- Veranstaltungskonzept (etwa 1500 bis 2000 Wörter). Es ist anzugeben, an welchem der drei Verbundstandorte die Veranstaltung stattfinden soll; der inhaltliche Bezug soll aus dem Konzept hervorgehen.

- Liste von Teilnehmern, die im Falle einer Förderung angefragt werden sollen

- CV und Publikationsliste des/der Veranstalter (Gemeinschaftsanträge sind möglich)

- Kalkulation der voraussichtlichen Kosten

Bitte senden Sie Ihren Antrag per E-Mail (in einem PDF-Dokument zusammengefasst) spätestens bis zum 31. Mai 2017 an

Dr. Sonja Asal
Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel
Geschäftsstelle am Wissenschaftskolleg zu Berlin
Wallotstraße 19
14193 Berlin
sonja.asal@mww-forschung.de