Gastwissenschaftler

Prof. Dr. Robert Felfe 

Aufenthalt in Wolfenbüttel im Juli/August 2016

Vita

Robert Felfe ist seit März 2014 Professor für Europäische Kunstgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg und Mitglied der dortigen Forschungsstelle „Naturbilder / Images of Nature”. Zuvor hatte er Vertretungsprofessuren in Hamburg und Berlin inne. 2011 wurde er mit einer Arbeit zum Thema „Naturform und bildnerische Prozesse. Elemente einer Wissensgeschichte in der Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts” habilitiert. Seine Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem die Sammlungsgeschichte der Frühen Neuzeit und die Druckgraphik und Zeichnung des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Arbeitsvorhaben und öffentlicher Abendvortrag

Robert Felfe beschäftigte sich im Rahmen seines Aufenthalts in Wolfenbüttel mit der Geschichte piktoraler Strategien und Konventionen, die die Darstellung von Pflanzen als Gegenstand naturwissenschaftlicher Erkenntnis organisiert und geprägt haben. Dazu hielt er am 1. August 2016 im Meißnerhaus der Herzog August Bibliothek einen öffentlichen Abendvortrag. Darin verband er seine Forschungsperspektive mit Fragen, die über einen solchen unmittelbaren Funktionszusammenhang hinausführen: Lassen sich am Sujet der Pflanzen und im Umfeld botanischer Interessen so etwas wie vegetabile Paradigmen des Bildes rekonstruieren? 

Prof. Dr. Valentin Groebner

Aufenthalt in Wolfenbüttel im Oktober 2015

Vita

Valentin Groebner, geboren 1962 in Wien, lehrt seit März 2004 als Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern. Er hat in Wien, Marburg und Hamburg studiert. Nach seiner Promotion 1991 in Bielefeld war er Assistent am Historischen Seminar der Universität Basel und hat sich 1998 an der Universität Basel habilitiert. 1996/97 war Valentin Groebner Fellow am Berliner Wissenschaftskolleg, 1999 Jean Monnet-Fellow am Europäischen Hochschulinstitut Florenz, 1999/2000 Visiting Professor am Department of History of Art an der Harvard University und im Frühjahr 2001 professeur invité an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris. 1999 bis 2001 war er Mitglied der Arbeitsgruppe „The Moral Authority of Nature” und im Sommer 2001 Visiting Fellow am Max Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin; seither hat er verschiedene Lehraufträge in der Schweiz und den USA innegehabt. Im Frühjahr 2014 war er Gastwissenschaftler im Forschungsprojekt „Bild-Evidenz” der Freien Universität Berlin. Er ist Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

Öffentlicher Abendvortrag

Auf Einladung des Wolfenbütteler Teilprojekts hielt Valentin Groebner am 28. Oktober 2015 an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel einen öffentlichen Abendvortrag mit dem Titel: „Ich-Gesichter: Wie viel Geschichte steckt am Beginn des 21. Jahrhunderts in Autorenfotos und Werbeplakaten?” Basierend auf seinem 2015 erschienenen Buch „Ich-Plakate: Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine” ging er der Darstellung des menschlichen Antlitzes im öffentlichen Raum seit dem Mittelalter nach und fragte nach der Herkunft dieser Gesichter und der an sie geknüpften Erwartungen.

Prof. Dr. Jonathan Long

Aufenthalt in Marbach im Juli 2016

Vita

Jonathan Long ist Professor an der School of Modern Languages and Cultures der Durham University. Er veröffentlichte mehrere Werke über Autoren der deutschen und österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts, unter anderem Monographien über Thomas Bernhard und W. G. Sebald sowie Aufsätze über Bertolt Brecht, Wolfgang Hildesheimer, Monika Maron und Gerhard Fritsch. 2005 wurde er mit dem Philip-Leverhulme-Preis und dem Max-Kade-Preis für den besten Artikel im Bereich Modern Austrian Literature ausgezeichnet. Er ist Mitbegründer des Durham Centre for Advanced Photography Studies und Ko-Direktor des Centre for Visual Arts and Culture. Themen seiner aktuellen Forschungsarbeit sind die Gattung des fotografischen Buches sowie die visuelle Kultur in der Weimarer Republik.

Arbeitsvorhaben

 Jonathan Long verbrachte im Juli 2016 vier Wochen am DLA als Gastwissenschaftler im Rahmen des MWW-Forschungsprojekts „Bildpolitik“. Sein anfängliches Interesse galt Fotos von Marbacher Autorenlesungen und anderen Veranstaltungen, bei denen Schriftsteller eine Rolle spielten, wie etwa Fortbildungsseminare für Lehrer, Ausstellungen etc. Zunächst untersuchte Long die Rolle von Autorenfotos in der Selbstdarstellung des Archivs und vertiefte sich in die Hauschroniken von ihren Anfängen in den frühen 1950er Jahren bis in die Gegenwart. Anschließend erweiterte er seine Perspektive auf Fotos von Dichterlesungen im Allgemeinen und nutzte dafür den ausführlichen Bestand solcher Fotos in der Mediendokumentation. Nebenbei las er alles, was er in der Bibliothek über Autorenfotos finden konnte, und nahm die Gelegenheit wahr, das Jünger-Haus in Wilflingen zu besuchen. Als Ergebnis seines Aufenthalts plant Long einen Vortrag bzw. eine Publikation über die Rolle von Dichterlesungen und Autorenfotos in den Legitimierungsritualen der Germanistik und des Literaturbetriebs.

Sophie Tauche

Aufenthalt in Weimar im Juni 2015

Vita

Sophie Tauche hat an der LMU München Philosophie und Kunstgeschichte studiert. Dort wurde 2015 auch ihre Dissertation zum Gelehrtenporträt um 1800 angenommen, die die Porträts von Johann Wolfgang von Goethe, Alexander und Wilhelm von Humboldt und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling behandelt. Neben der Porträtmalerei des 18. und 19. sowie der Porträtfotografie des 19. Jahrhunderts liegen ihre Forschungsinteressen unter anderem im Bereich Wechselwirkungen zwischen Naturwissenschaft und Bildender Kunst.

Arbeitsvorhaben

Auf Einladung des Weimarer Teilprojekts „Bildpolitik“ forschte Sophie Tauche im Juni 2015 zum politischen Potenzial von Goetheporträts und deren Nutzung im Rahmen der politischen Agenda des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach um 1800. Im Fokus standen dabei Porträts im Medium Gemälde, Zeichnung und Medaille, die im Kontext des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums Carl Augusts bzw. des fünfzigjährigen Dienstjubiläums Goethes entstanden. Im Anschluss an ihren Aufenthalt als Gastwissenschaftlerin wurde Frau Tauche, zunächst in Vertretung von Christian Hecht, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsverbunds MWW an der Klassik Stiftung.

Weiterführende Informationen

Sophie Tauche: Bildpolitik in Seide und Spitzen. Besprechung der Ausstellung „Franz Xaver Winterhalter – Maler ihrer Majestät" im MWW-Blog, veröffentlicht am 16. September 2016.