Gastwissenschaftler

Prof. Dr. Marian Dörk 

Aufenthalt in Weimar im April 2016

Vita

Marian Dörk ist seit Oktober 2013 Forschungsprofessor für Informationsvisualisierung am Institut für angewandte Forschung – Urbane Zukunft der Fachhochschule Potsdam. Er widmet sich insbesondere dem interaktiven und visuellen Umgang mit komplexen Informationsräumen und Massendaten. Seit Oktober 2014 leitet er das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt „Visualisierung kultureller Sammlungen” (VIKUS), in dem innovative Zugänge zum kulturellen Erbe entwickelt werden. Im Januar 2015 hat er mit Prof. Boris Müller das „Urban Complexity Lab” gegründet, in dem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Design, Kulturwissenschaften und Informatik zusammen an Visualisierungen kultureller und urbaner Daten forschen.

Arbeitsvorhaben und Vortrag

Auf Einladung des Weimarer Teilprojekts „Aufbau eines virtuellen Forschungsraums” kam Marian Dörk im April 2016 nach Weimar, um sich mit den DH-Mitarbeitern des Forschungsverbunds über Möglichkeiten der Visualisierung von geisteswissenschaftlichen Forschungsdaten im Allgemeinen und MWW-Daten im Besonderen auszutauschen. Zudem hielt er am 11. April 2016 um 18 Uhr im Rahmen des Workshops „Bibliotheken in der Bibliothek: Sammlungen erschließen – rekonstruieren – visualisieren” des MWW-Forschungsprojekts „Autorenbibliotheken” im Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv einen öffentlichen Vortrag über die „Visualisierung kultureller Daten. Experimentelle Zugänge zu digitalislierten Beständen". In seinem Vortag präsentierte Marian Dörk neue Techniken, mit denen sich Kultursammlungen im Digitalen optisch darstellen und analysieren lassen, und gab eine Einführung in dieses noch junge Forschungsfeld.   

Weiterführende Informationen

„Den gehobenen Schatz allen zugänglich machen" – Interview mit Marian Dörk im MWW-Blog, veröffentlicht am 3. Juni 2016.  

Prof. Dr. Frank Fischer

Aufenthalt in Weimar im August 2016

Vita 

Frank Fischer ist derzeit Associate Professor an der School of Linguistics der Higher School of Economics in Moskau mit Schwerpunkt Digital Humanities. Nach dem Studium der Informatik, Germanistik und Spanischen Philologie in Leipzig und London promovierte er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit einer Arbeit über die Dramen Joachim Wilhelm von Brawes und ihre zeitgenössischen Übersetzungen, die 2013 unter dem Titel "Triumph der Rache. Joachim Wilhelm von Brawe und die Ästhetik der Aufkärung" erschien. Nach dem Studium war Frank Fischer Editor der Brockhaus Enzyklopädie und Mitarbeiter des HistVV-Projekts an der Leipziger Universitätsbibliothek. Neben seiner akademischen Tätigkeit schreibt er für verschiedene überregionale Tages- und Wochenzeitungen. Im Bereich der Digital Humanities ist Frank Fischer unter anderem an den Projekten „dlina“ (Digital Literary Network Analysis) und „weltliteratur.net“ beteiligt.

Arbeitsvorhaben

Im Rahmen der zweiten Internationalen Sommerschule von MWW, die vom 1. bis zum 12. August 2016 in Weimar stattfand, gab Frank Fischer einen Einblick in digitale Forschungsmethoden und diskutierte mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten der Sommerschule deren Einsatzmöglichkeiten und Nutzen. Ausgehend von Franco Morettis Aufsatz „Conjectures on World Literature“ spürten die Seminar-Teilnehmer mithilfe des „Distant Reading“ dem Phänomen der Jahreszeiten in der Literatur nach. Weitere Schwerpunkte waren die Netzwerkanalyse eines Dramenkorpus mit 500 Stücken und ein alternativer Definitionsversuch von „Weltliteratur” auf Basis aller ca. 280 Sprachversionen von Wikipedia.